Sport : Sieg in der Nachspielzeit: Stuttgart schlägt Duisburg 3:2

Richard Leipold

Duisburg - Das ist der Stoff, aus dem die Albträume eines Abstiegskandidaten sind. Gegen den VfB Stuttgart hatte der MSV Duisburg einen Rückstand von zwei Toren aufgeholt, musste in letzter Minute aber noch den entscheidenden Gegentreffer zum 2:3 (0:2) hinnehmen. „Wieder hat uns eine Minute gefehlt“, sagte Verteidiger Björn Schlicke deprimiert. Zwei Wochen zuvor hatten die Duisburger daheim gegen Borussia Dortmund in der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen müssen. Die Ursachen für die achte Heimniederlage des MSV waren aber früher im Spiel zu suchen. „Was in der ersten Halbzeit passiert ist, hatte mit Bundesliga nichts zu tun“, sagte Trainer Rudi Bommer. Sein Stuttgarter Kollege Armin Veh zeigte sich erleichtert über den ersten VfB-Sieg nach drei Niederlagen nacheinander, musste aber zugeben, dass seine keineswegs souveräne Mannschaft „noch angefangen hat zu zittern“.

Die Heimelf spielte zunächst so, als wolle sie einen Vorsprung in die Pause bringen. Tatsächlich aber lag sie nach vierzig Minuten und zwei Toren von Mario Gomez schon 0:2 zurück. Hätten die Stuttgarter im Abschluss ein wenig mehr Sorgfalt walten lassen, wäre ihr Vorsprung noch höher ausgefallen. Allmählich schlug die ohnehin gereizte Stimmung unter den MSV-Fans in Wut um. Ihre Mannschaft wurde erst mit Pfiffen in die Kabine verabschiedet und eine Viertelstunde später auch wieder mit Pfiffen begrüßt. Die Stuttgarter indes wurden von den Einheimischen mit Beifall empfangen.

Ein kunstvolles Freistoßtor des neuen Stürmers Claudiu Niculescu brachte den MSV wieder ins Spiel. Auf dem Rasen wie auf den Rängen erwachten nun die Duisburger Lebensgeister. Während die Stuttgarter dramatisch nachließen, suchte der Tabellenletzte seine Chance. Nach Manasseh Ishiakus Tor zum 2:2 zeichnet sich eine Wende ab – bis zur letzten Minute. Nationalspieler Thomas Hitzlsperger nutzte einen Fehler von Verteidiger Christian Weber zum 3:2. „Das gibt’s doch gar nicht!“, brüllte MSV-Torwart Sven Beuckert, als er in die Kabine ging. In diesem Punkt waren sich Spieler und Fans des MSV am Ende einig. Richard Leipold

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