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Sieg in Friedrichshafen : BR Volleys kurz vor dem Titel

Die Berlin Volleys haben auch das zweite Play-off-Finalspiel gewonnen und können ihre fünfte deutsche Volleyball-Meisterschaft bereits am Donnerstag in eigener Halle perfekt machen. Der Titelverteidiger bezwang auch im zweiten Spiel Rekordmeister VfB Friedrichshafen.

Bernd Hüttenhofer

Als das Spiel vorbei war, atmete Mark Lebedew erst einmal tief durch. „Wir haben erneut einen großen Rückstand aufgeholt“, sagte der Trainer des Volleyballmeisters BR Volleys erleichtert. „Zum Glück haben wir den zweiten Satz gewinnen können, das war der entscheidende Moment.“ In einem packenden Spiel hatten sich Lebedews Berliner beim VfB Friedrichshafen 3:1 (17:25, 25:23, 25:21, 25:20) durchgesetzt. Sie führen nun 2:0 in der Finalserie und können mit einem weiteren Sieg am Donnerstag in der Max-Schmeling-Halle ihren fünften Meistertitel gewinnen.

Bis zum Stand von 11:15 im zweiten Satz sah es nicht so aus, als sollten die Berliner etwas aus Friedrichshafen mitnehmen können. „Bis dahin haben wir das Spiel ganz gut im Griff gehabt“, meinte Friedrichshafens Trainer Stelian Moculescu und klagte nach einem starken ersten Durchgang seines Teams über „drei gute Punktbälle, die wir nicht genutzt haben. Wir waren dran, wir haben wirklich gut gespielt. Aber danach sind wir eingeknickt, wir haben die beiden Außen nicht mehr in den Griff gekriegt.“

Trotz der 1:3-Auftaktniederlage in Berlin hatte man sich beim VfB mehr erwartet, denn auch in Spiel eins hatte es lange gut ausgesehen für den VfB. „Das hätte auch positiv für uns ausgehen können“, sagte Außen-Annahmespieler Sebastian Krause. „Wie wir den dritten Satz verloren haben, darf uns nicht ein zweites Mal passieren.“ So wie der ehemalige Berliner sahen das alle beim VfB nach einer verlorenen 18:13-Führung im dritten Satz. Irgendwie hatten alle Friedrichshafener das Gefühl, dass nach dieser unglücklichen ersten Niederlage mehr gegen die Berliner zu holen war.

Entsprechend groß war die Zuversicht vor dem Heimspiel. Der VfB fand schneller ins Spiel. Der Berliner Paul Carroll, im ersten Spiel mit 31 Punkten der entscheidende Mann, wurde immer wieder geblockt, meist von Max Günthör. Bei Friedrichshafen hatte Valentin Bratoev seine Probleme, sowohl im Angriff als auch in der Annahme. Erstmals bei 13:10 konnte der VfB seine Führung auf drei Punkte ausdehnen, von da an dominierte er den Satz. Auch die erste Auszeit von Lebedew änderte nichts mehr, über 16:11 und 20:15 steuerten die Gastgeber auf den ungefährdeten Satzgewinn zu.

Das Hochgefühl unter den 4000 Zuschauern in der Friedrichshafener Arena hielt bis Mitte des zweiten Satzes an, dann verlor Moculescus Mannschaft mehr und mehr den Faden. Hatte vorher Friedrichshafens Angreifer Vetzislav Simeonov die Akzente gesetzt, so standen nun immer mehr Paul Carroll und Robert Kromm im Mittelpunkt. Und Volleys-Spielmacher Kawika Shoji glänzte nicht nur mit perfektem Zuspiel, sondern auch mit druckvollen Aufschlägen. „Friedrichshafen hat sehr gut aufgeschlagen, wir haben anfangs kein Gegenmittel gefunden. Aber wir waren ein bisschen geduldiger“, analysierte Lebedew.

Viermal haben die beiden Teams nun gegeneinander gespielt, viermal hieß der Sieger Berlin. Es ist angerichtet für die Titelverteidigung, aber Stelian Moculescu hofft noch: „Warum sollen wir nicht in Berlin gewinnen?“

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