Sieg in Nürnberg : Zweiter tadelloser Auftritt

Der EHC Eisbären siegt in Nürnberg mit 4:2.

Claus Vetter[Nürnberg]

Es lässt sich nach zwei Spieltagen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nicht viel gegen die Eisbären sagen. Wer meckern will, könnte höchstens bemängeln, dass die neuen silberfischfarbenen Helme des Deutschen Meisters zu originell geraten sind. Aber sportlich haben die Eisbären nun zwei tadellose Auftritte hinter sich: Dem 2:1 vom Donnerstag in Köln folgte gestern ein verdienter 4:2 (2:0, 1:1, 1:1)-Erfolg bei den Nürnberg Ice Tigers. Sechs Punkte aus zwei Auswärtsspielen bei zwei Gegnern, die zum Favoritenkreis um den nationalen Titel zählen – das ist erstaunlich. Gestern im Spiel bei den Franken waren die Anhänger der Ice Tigers unter den 5021 Zuschauern in der Nürnberger Arena jedenfalls ziemlich früh ziemlich leise. Zu souverän war es, was die Berliner da aufs Eis zauberten. Nürnbergs Trainer Andreas Brockmann erklärte nach dem Spiel, seine Spieler hätten zu viel Angst vor dem Gegner gehabt: „Die Eisbären sind eben die beste Mannschaft der Liga.“ Sein so gelobter Berliner Kollege Don Jackson sagte daraufhin artig: „Die Leistung der Nürnberger war sehr gut, wir mussten unser Bestes geben, um zu gewinnen.“

Den Eisbären kommt in der Frühphase der Saison zugute, dass ihre Mannschaft schon bestens eingespielt ist: Die Überzahlformationen kennen sich aus der vergangenen Saison, Passspiel und Verständnis für den Mitspieler sind blendend. So entsprangen in Nürnberg sowohl das 1:0 durch Deron Quint als auch der Treffer zum 2:0 durch Denis Pederson dem Berliner Powerplay – auch wenn die Franken beim ersten Gegentreffer gerade wieder komplett waren. Die Ice Tigers nahmen die Übermacht des Gegners geschockt zur Kenntnis, Höhepunkt ihrer Ohnmacht war ein unerlaubter Weitschuss von Torwart Frederic Cassivi. Trainer Brockmann sah nach dieser Aktion, dass seine Mannschaft Hilfe brauchte und beantragte beim Schiedsrichter eine Auszeit. Sein Gegenüber Jackson nahm es regungslos zur Kenntnis, er hatte seinen Spielern nichts zu erzählen.

Tatsächlich wurde das Spiel nach Brockmanns Ansprache weniger einseitig. Nürnberg kam im Mitteldrittel zum Anschlusstor durch Adrian Grygiel. Wieder in Überzahl traf Steve Walker zum 3:1. Danach erzielte dann noch Richie Regehr sein erstes Tor für die Eisbären – bei numerischer Überlegenheit der Berliner. Nürnberg kam zwar noch zum 2:4 – der Berliner René Kramer hatte den Puck nach einem Schuss von Greg Leeb ins eigene Tor gelenkt, doch trotzdem geriet der Berliner Sieg nicht mehr in Gefahr.

Die anwesenden Eisbären-Fans sangen am Ende „Auswärtssiege sind schön“. Heimsiege sind natürlich auch schön: Doch ihren ersten Erfolg in der neuen Arena können die Berliner erst am kommenden Sonntag gegen Augsburg feiern. Zuvor fahren sie am Freitag noch zu den Frankfurt Lions, gemessen an den Vorstellungen dieses Wochenendes sind sie da sicher nicht chancenlos. Claus Vetter

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