Sport : Sieg mit der Schlusssirene

Quakenbrücks Basketballer gewinnen das erste Finale

Bamberg - 7,5 Sekunden waren noch zu spielen, als Vincent Yarbrough an die Freiwurflinie trat. 68:68 stand es im ersten Play-off-Finalspiel um die deutsche Basketball-Meisterschaft zwischen den Brose Baskets Bamberg und den Artland Dragons Quakenbrück. Zwei Freiwürfe, zwei Punkte, der Sieg für Bamberg? Doch Yarbrough behielt vor 6800 tobenden Fans nur einaml die Nerven, einmal scheiterte er – einmal zu viel. Denn auf der Gegenseite traf Darius Hall in der an Dramatik nicht zu überbietenden Schlussphase: Mit der Schlusssirene erzielte er den Korb zum 70:69 (40:35)-Endstand.

Damit hält der Siegeszug des Tabellenachten der Hauptrunde an. Im Viertelfinale hatte Quakenbrück den Hauptrundenersten Alba Berlin in drei Spielen ausgeschaltet, im Halbfinale Titelverteidiger RheinEnergie Köln nach 1:2-Rückstand noch mit 3:2-Siegen geschlagen. Zwei Siege braucht Quakenbrück noch, um Deutscher Meister zu werden. Spiel zwei findet am Donnerstag in der niedersächsischen Provinz statt, Spiel drei am kommenden Sonntag erneut in Bamberg.

„Ein großartiges Spiel und eine große Leistung meiner Mannschaft. Ich bin stolz auf sie“, sagte der überglückliche Dragons-Coach Chris Fleming. Sein Bamberger Kollege Dirk Bauermann quittierte die bittere Niederlage mit den Worten: „Meine Jungs haben in der zweiten Halbzeit gut gespielt und alles gegeben. Die Play-offs gehen weiter, noch ist nichts entschieden.“

Strotzend vor Selbstbewusstsein hatten die Dragons, die zuvor zweimal in Berlin und einmal in Köln gewonnen hatten, den Schwung der Begeisterung mit in die Jako-Arena genommen. Unbeeindruckt von der lautstarken Kulisse lagen sie nach vier Minuten mit 8:3 und am Ende des ersten Viertels mit 22:15 in Führung. Als die Bamberger zu Beginn des zweiten Viertels ihre Aggressivität in der Verteidigung intensivierten, fanden sie auch ihren Rhythmus und gingen erstmals nach dem 9:8 wieder mit 25:24 in Führung. Diese wechselte vor der Pause fünf Mal, ehe die nervenstarken Gäste mit einem 40:35-Vorsprung in die zweite Halbzeit gingen.

Diese Führung bauten die Niedersachsen im dritten Viertel sogar auf neun Punkte aus. Doch das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann fightete zurück und verkürzte kurz vor dem Drittel-Ende auf 53:55. Als zu Beginn des Schlussviertels Quakenbrücks überragender puertoricanischer Spielmacher Filiberto Rivera wegen einer Leistenzerrung vom Feld musste, nutzten die Franken dieses Manko konsequent. Mit einem 9:0-Lauf zogen sie innerhalb von drei Minuten vom 57:63 auf 66:63 davon. Beste Werfer waren der ehemalige NBA-Profi Casey Jacobsen (18) und Vincent Yarbrough (15) für Bamberg sowie Filberto Rivera (16) für die Gäste.dpa

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