Sport : Sieg mit Schmerzmittel

Dank der Verletzten Walker und Pederson liegen die Eisbären gegen Köln vorn

Katrin Schulze

Berlin – Denis Pederson biss auf die Zähne. Die Arbeit eines Eishockeyprofis kann manchmal hart sein. Noch sieben Minuten vor Ende des zweiten Drittels hatte er nach einem harten Check des Kölners Andreas Renz gegen sein lädiertes Knie die Eisfläche im Berliner Sportforum in Richtung Kabine verlassen. Doch aufgeben, das ist nichts für den 32 Jahre alten Kanadier in Diensten der Eisbären. Erst recht nicht in einem Finalspiel um die deutsche Meisterschaft. Im Schlussdrittel war Pederson zurück. Seine Unterstützung zeigte Wirkung: Als sein ebenfalls angeschlagener Kollege Steve Walker in der Verlängerung das entscheidende 3:2 für die Berliner schoss, stand Pederson mit auf dem Eis.

Dass die Eisbären gerade Pederson und Walker den ersten von drei nötigen Siegen gegen die Haie zu verdanken haben, ist erstaunlich. Schließlich spielen beide wegen einer Knieverletzung mit einer Spezialmanschette. Während sich Kapitän Walker im letzten Spiel der Hauptrunde gegen Mannheim einen Teilriss am vorderen Kreuzband zugezogen hat, kämpft Pederson seit Mitte der Saison mit einer „sehr ausgeprägten Verletzung“ am Innenband, wie Mannschaftsarzt Jens Ziesche sagt. Obwohl beide noch deutliche Defizite in der Geschwindigkeit haben, spielen die Kanadier mittlerweile auch in Über- und Unterzahl. „Ich will sie nicht zu sehr beanspruchen, aber für das Team sind beide sehr wichtig“, sagt Trainer Don Jackson.

Trotzdem bestreitet Mannschaftsarzt Ziesche nicht, dass Pederson und Walker noch Schmerzen haben, die während eines Spiels betäubt werden. „Aber so ist das nun mal in den Play-offs, da spielt jeder mit mehr oder weniger starken Blessuren“, sagt Peter John Lee. Der Berliner Manager findet es „unglaublich“, was vor allem Pederson leistet. In den Play-offs hat er zusammen mit Florian Busch und Deron Quint die meisten Tore erzielt. Pederson profitiert dabei von seiner Erfahrung und der Technik vor dem Tor: Er schafft es, sich im entscheidenden Moment frei zu spielen und die Pässe seiner Kollegen zielsicher zu platzieren. Auch der Gegner zollt diesem Einsatz Respekt. „Gerade im Powerplay spielt Denis herausragend, da ist er einer der besten der Liga, und es gilt ihn zu stoppen“, sagte Kölns Trainer Doug Mason. Am Sonntag gelang den Haien dies nicht - da erzielte Pederson die 1:0-Führung.

„Denis reißt das Team mit seiner Einstellung mit“, sagt Jackson. Auch Walker habe bewiesen, dass er im richtigen Moment da sei. Er schoss am Sonntag sein erstes Tor in den Play-offs – es war gleich das entscheidende. Die Nervenstärke seines Teams stimmt den Topscorer der Hauptrunde auch vor der zweiten Partie heute in Köln (19.30 Uhr, live auf Premiere) zuversichtlich. „Wir beißen uns hier durch“, sagt Steve Walker. „Wir haben wir ja dann im Sommer drei Monate Zeit, uns auszuruhen.“ Und als Meister ruht es sich bestimmt noch besser.

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