Sport : Sieg mit Zusatzrechnung

Champions League kostet Volleys rund 80 000 Euro. Ein teurer Außenangreifer soll das Team verstärken.

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Leistungsträger. Tomas Kmet spielt auch in der nächsten Saison für Berlin. Foto: dpa
Leistungsträger. Tomas Kmet spielt auch in der nächsten Saison für Berlin. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Kaweh Niroomand hat in den vergangenen Tagen eine Flut von Anrufen erhalten, zwei der angenehmsten hatten mit Geld zu tun; sie füllen die Kasse der BR Volleys. Der eine Anrufer teilte Niroomand mit, dass er sein bisheriges Sponsoring ausbauen wolle, der andere erklärte, er wolle als neuer Geldgeber bei dem Volleyball-Bundesligisten einsteigen. Niroomand, der Manager der BR Volleys, bedankte sich herzlich, er kann das Geld gut gebrauchen.

Der Titel als Deutscher Meister 2012 brachte den BR Volleys nicht bloß viel Lob und enormes Medieninteresse, er brachte vor allem auch eine Zusatzrechnung von rund 80 000 Euro. So viel ungefähr kostet die Teilnahme an der Champions League. Die normale Budgetplanung für die nächste Saison, die sei bereits vor dem letzten Finalspiel abgeschlossen gewesen, sagt Niroomand. „Der wichtigste Punkt bei der Champions League“, erklärt der Manager, „ist das Fernsehen“. Jeder Verein, der in der europäischen Spitzenliga auftritt, muss einen Fernsehsender präsentieren, der die Heimspiele mit mindestens 40 Minuten Länge überträgt.

Andere Fragen hat Niroomand bereits geklärt, der Kader für die neue Saison steht mit wenigen Ausnahmen. Gestern Abend hatten die Volleys ihre Meisterschaftsfeier im Vip-Raum der Schmeling-Halle, und während die Spieler mit Tabletts herumwuselten und leere Gläser abräumten, verkündete Niroomand die Personalien. Die wichtigste: Außenangreifer Scott Touzinsky „bleibt für mindestens zwei weitere Jahre bei den Volleys“. Möglicherweise, signalisierte der Manager, wird der US-Amerikaner sogar für drei Jahre an Berlin gebunden. Dagegen verlässt Kapitän und Zuspieler Jaroslav Skach den Klub und wird ersetzt von Sebastian Kühner vom CV Mitteldeutschland. Auch Urpo Sivula wird den Verein verlassen, eine durchaus interessante Personalie. Denn der Finne, als Außenangreifer verpflichtet, spielte bis zu seiner Verletzung in den Play-offs ausgezeichnet auf der Diagonalposition, als Vertreter des angeschlagenen Paul Carroll. Sivula will weiter auf der Diagonalposition spielen, aber offenbar nicht hinter Carroll lediglich nur die Nummer zwei sein. Nun wird Aleksandar Spirovski, dessen Vertrag bis 2013 läuft, seinen Kontrakt erfüllen. Wäre Sivula geblieben, dann wäre der Serbe mit warmen Worten zum Abschied überredet worden.

Zuspieler Kawika Shoji, der sich enorm entwickelt hat, wird bleiben und erhält einen neuen Drei-Jahres-Vertrag. Unklar ist noch, ob Mittelblocker Felix Fischer bei den Volleys bleiben wird, sein Vertrag ist ausgelaufen. „Mit ihm werden wir reden“, sagte Niroomand. In einem Fall beließ es der Manager bei spannenden Anmerkungen. Auf der Außenangriffs-Position werden die Volleys sich „mit einer Top-Lösung verstärken, das kann ich versprechen“, verkündete er. Im Klartext: Für diesen Mann geben die Volleys viel Geld aus.

Die Verträge von Tomas Kmet und Paul Carroll laufen sowieso bis 2013, Außenangreifer Roko Sikirc wird ebenfalls in Berlin bleiben, und Libero Martin Krystof „stand sowieso nie zur Diskussion“ (Niroomand). Er wird auch in der nächsten Saison für Berlin spielen. Auch auf der Trainerposition nichts Neues: Mark Lebedew wird die Volleys auch in der kommenden Saison führen.

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