Sport : Sieg ohne Freude

Tischtennis: 3 B verpasst den Europapokalerfolg

Jörg Petrasch

Berlin - Es war ein Sieg, der keine richtige Freude aufkommen ließ. Zwar applaudierte das Berliner Publikum am Freitagabend nach dem letzten Ballwechsel, aber die Euphorie fehlte. Mit 3:2 bezwangen die Tischtennis-Spielerinnen von 3 B Berlin den Homberger TS im Final-Rückspiel des ETTU-Pokals. Der Titel ging dennoch an die Hessinnen, weil sie das Hinspiel in Homberg 3:0 gewonnen hatten. Damit verlor 3 B Berlin erstmals ein europäisches Finale, nachdem der Klub den Pokal 2002 und 2004 gewinnen konnte.

„Ich bin nicht enttäuscht“, sagte Manager Rainer Lotsch nach dem Spiel, „ein großes Lob an die Mannschaft, dass sie nach dem ersten Spiel nicht aufgegeben hat.“ Die Berliner um Trainerin Irina Palina waren ein großes Risiko eingegangen und hatten die nominell schwächste ihrer drei Spielerinnen, Bao Di, an Position eins gesetzt und sich damit einen Überraschungseffekt erhofft. Doch das Finale war schnell entschieden. Nach 15 Minuten unterlag die Berlinerin 0:3 gegen Hombergs Spitzenspielerin Wenling Tan-Monfardini.

Danach jubelten die knapp 100 mitgereisten Fans aus Homberg. Einige entrollten ein Siegerplakat, stürmten von den Zuschauerrängen auf das Spielfeld und umarmten ihr Team. Die Berliner Mannschaft war sichtlich geschockt, doch 3-B-Manager Rainer Lotsch gratulierte den Hombergern sofort. Dann begann das Finale ein zweites Mal: Jetzt ging es allein um die Ehre. Beide Teams versuchten noch einmal Spannung zu erzeugen, und es wurde eine muntere Begegnung.

Die Berlinerin Veronika Pawlowitsch konnte zweimal punkten – gegen die amtierende Deutsche Meisterin Zhengi Barthel spektakulär mit 3:2-Sätzen und im letzten Spiel gegen Tan-Monfardini sicher mit 3:1-Sätzen. Zwischendurch gewann Berlins Nummer eins Song Ah Sim gegen Yin Na ungefährdet 3:0, und Bao Di verlor ihr zweites Spiel knapp 2:3 gegen die 18-jährige Barthel.

Nach dem Spiel hielt sich Manager Lotsch gar nicht lange mit der Niederlage auf. Bereits an diesem Sonntag muss sein Team beim Tabellendritten der Bundesliga FSV Kroppach antreten. Der dritte Platz ist für die Berlinerinnen noch möglich. Aber Lotsch weiß: „Es dauert eine Weile, bis diese Niederlage aus den Köpfen der Spielerinnen ist.“ Bei ihm dürfte es auch nicht viel schneller gehen.

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