Sport : Siegen lernen

Hartmut Moheit

sieht Parallelen zwischen Hand- und Fußballern Was haben wir zuletzt von den deutschen Politikern gelernt? Dass Niederlagen eigentlich Siege sind. Wenn das so wäre, dann würde auch im Sport einiges einfacher. Die deutschen Fußballer brauchten sich keine Sorgen um ihren WM-Vorbereitungsstand für 2006 zu machen, und auch die Handballer wären drei Monate vor der Europameisterschaft der von allen Teams gefürchtete Titelverteidiger, und ein Jahr vor der WM in Deutschland in Bestform.

Im Sport ist das Schönreden von Niederlagen allerdings nicht so einfach, denn am Ende stehen nachprüfbare Ergebnisse. Nicht nur alle vier Jahre, sondern dauernd. Jürgen Klinsmann und Heiner Brand, die beiden Verantwortlichen der Fuß- bzw. Handball-Nationalmannschaft, sehen derzeit im Negativen stets einiges Positive. Beide waren selbst Stars in ihrem Sport und wissen nur zu gut, dass dauerhafte Kritik nicht motiviert. Was soll Heiner Brand nach drei Niederlagen beim Supercup anderes sagen, als auf die anhaltende Verletzungsserie in seinem Team hinzuweisen? Und jene junge Burschen, die sich für die Routiniers in Zeug legen, letztlich für ihren Einsatz loben. Die immer wieder als „stärkste Handball-Liga der Welt“ gepriesene Bundesliga schafft eben nicht den nötigen Nachschub an Talenten. Die meisten Schlüsselpositionen in den Vereinen sind mit ebenjenen Spielern besetzt, die in ihren Nationalmannschaften beim Supercup dem deutschen Team die Grenzen aufzeigten.

Da helfen nicht Jammern und Nörgeln, sondern mehr Training, mehr Spiele, mehr Verantwortung für die jungen Spieler. Die Handballer haben dabei noch einen Vorteil gegenüber den Fußballern: mehr Zeit. Ihre WM in Deutschland findet erst 2007 statt.

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