Sport : Siegen statt streiten

Hansa Rostock findet einen Weg aus der Krise

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Mit dem Schlusspfiff in Duisburg verlor selbst der sonst so zurückhaltende Frank Pagelsdorf kurzzeitig die Contenance. Hansa Rostocks Trainer riss jubelnd die Arme hoch. Anschließend herzte er seinen Kotrainer Timo Lange. 2:1 hatte seine Mannschaft gerade im Zweitliga-Spitzenspiel gewonnen und damit die Minikrise von zuletzt nur sieben Punkten aus sieben Spielen beendet. Mit dem Sieg in Duisburg untermauerten die Hanseaten ihre Aufstiegsambitionen. Als Tabellenzweiter der Zweiten Fußball-Bundesliga haben sie nun fünf Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. Da kann selbst ein in der Regel gemäßigter Frank Pagelsdorf mal die Fassung verlieren.

Der Erfolg in Duisburg ist zugleich Schlusspunkt einer ereignisreichen Woche, in der der Verein bei Auseinandersetzungen mit dem Fanklub „Suptras“ und bei Streitigkeiten zwischen Hansa-Manager Stefan Studer und Trainer Pagelsdorf vor allem abseits des Feldes für Unruhe sorgte. So kündigte Hansa Rostock Mitte vergangener Woche die privilegierte Zusammenarbeit mit den „Suptras“ auf unbestimmte Zeit auf, nachdem einzelne Anhänger dieses Fanklubs wiederholt durch Krawalle bei Fußballspielen aufgefallen sind.

Unfrieden hatten auch Pagelsdorf Äußerungen nach dem 2:2 im letzten Heimspiel gegen Augsburg gebracht. Für das magere Ergebnis hatte der Trainer die ungeklärte Zukunft einiger Hansa-Spieler mitverantwortlich gemacht und dadurch indirekt auch die Arbeit von Studer kritisiert. Zwar beteuerte Pagelsdorf später, dass er weder auf Vereinsführung noch auf Manager Studer mit seiner Kritik gezielt hatte. Dennoch sah sich Hansas Klubchef Dirk Grabow bemüßigt, zu handeln und bestellte Trainer und Manager zum Gespräch.

Den anschließend verkündeten hanseatischen Frieden (Studer: „Wir haben uns zusammen gesetzt und alles intern geregelt“) hat nun die Mannschaft gefestigt. Nach zuletzt eher flauen Spielen mit wackeliger Abwehr und fehlender Torausbeute konnte Rostock aus einer stabilen Deckung mit ansehnlichem Konterfußball gegen Duisburg überzeugen. Der MSV hatte zuvor erst einmal in dieser Saison verloren: ebenfalls gegen Rostock. „Wir sind eine intakte Truppe“, sagte Hansa-Torwart Mathias Schober nach dem 2:1 beim MSV. Zunächst hatte Schlicke das 1:0 für Duisburg erzielt, bevor Yelen und Shapourzadeh für Hansa trafen.

In die Freude der Hansa-Spieler über den Sieg mochte Trainer Frank Pagelsdorf jedoch nur für kurze Zeit einstimmen. Alles Gerede vom Aufstieg habe doch keinen Sinn. Er wisse nicht, ob die Aufstiegschancen nun gestiegen sind, sagte der Trainer. Nach dem Unfrieden der vergangenen Tagen wünscht sich Frank Pagelsdorf nun eine Konzentration auf das Wesentliche. „Wir müssen weiter Fußball spielen, und wollen uns nicht mit mehr beschäftigen“, sagte der Trainer von Hansa Rostock.

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