Sport : Siegen und lächeln

Kim Clijsters gewinnt das Tennisturnier in Filderstadt

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Von Oliver Trust

Filderstadt. Kurz nach vier Uhr stieg Kim Clijsters mit einem strahlenden Lächeln in den rund 70 000 Euro teuren Sportwagen mit 260 PS. Auf der Tribüne beklatschten ihr Verlobter Lleyton Hewitt, die Nummer eins der Tennis-Männer, und die Eltern den 4:6, 6:3 6:4-Erfolg des Energiebündels aus Belgien über Daniela Hantuchova aus der Slowakei beim mit 565 000 Dollar dotierten Tennis-Grand-Prix von Filderstadt. Neben dem neuen Auto wird Clijsters nach ihrer zweiten Finalteilnahme in Filderstadt mit dem Sprung auf Rang fünf der neuen WTA-Rangliste belohnt. Hantuchova bekommt immerhin noch 51 000 Dollar.

Zunächst hatte Hantuchova die Belgierin mit ihrem nüchternen, eleganten Stil unter Druck gesetzt. Verdient gewann Hantuchova in 43 Minuten den ersten Satz mit 6:4. Mit Satz zwei wurde das Duell zum Festival der Aufschlagverluste. Insgesamt elfmal verloren die beiden ihr Service. Mit ihrem kraftvollen Tennis gewann Clijsters Durchgang zwei mit 6:3. Sie agierte inzwischen mit mehr Geduld, ohne dass ihre Schläge an Dynamik einbüßten. Clijsters konnte ihren Aufschlag stabilisieren und zog im dritten Satz zunächst auf 3:1 und 4:2 davon. Hantuchova aber kämpfte und kam bis auf 4:4 wieder heran, bevor Clijsters das entscheidende Break zum 5:4 und schließlich nach knapp zwei Stunden das 6:4 gelang.

Die beiden werden sich wiedersehen. Sie gehören zu den neuen Heldinnen der Tour mit eigenen Rollen. So wenig die Vergleiche wie die „Schöne" und das „Kraftpaket“ auf Hantuchova und Clijsters zutreffen, so sehr versucht die Yellowpress, die zierliche Slowakin als zweite Anna Kurnikowa aufzubauen. „Die längsten Beine der Tennisgeschichte", schrieb die „Daily Mail". Hantuchova akzeptiert die Gesetze der Branche. Die 19 Jahre alte Slowakin erscheint zu Empfängen im kurzen Schwarzen, bleibt bei den Fotografen länger stehen. Dass diese wild auf sie sind, findet sie „schön, und es werden noch mehr werden, je erfolgreicher ich bin", sagt die Tochter eines Computer-Wissenschaftlers der TU Bratislava und einer Toxikologin. Im Gegensatz zum erfolglosen, aber mit Werbemillionen bezahlten Sternchen Kurnikowa garniert Hantuchova ihre Erscheinung mit Leistung. Ab Montag wird sie in der WTA-Rangliste erstmals unter den Top Ten stehen. Vor zwei Jahren wurde sie auf Rang 112 geführt, nahm nicht mal an der Qualifikation in Filderstadt teil.

Bei so viel Sonnenschein wollte der neue Turnierdirektor Udo Cervellini (Ex-Profi Anke Huber ist Turnierleiterin) vom Veranstalter Porsche nichts Negatives beisteuern. Er verschwieg seine Probleme mit dem übertragenden Sender Deutsches Sportfernsehen (DSF). Den engagierten DSF-Redakteuren legte vor allem Cervellini Steine in den Weg und wollte Beiträge steuern. Vielleicht lag den schwäbischen Autobauern im Magen, dass sie die Produktionskosten von rund 250 000 Euro bezahlen mussten.

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