Sport : Siegen und schweigen

Jacek Krzynowek führt Bayer zum Erfolg gegen Rom

Erik Eggers

Leverkusen - Es wäre für Jacek Krzynowek die beste Gelegenheit gewesen, etwas über sich und seine sportlichen Leistungen zu erzählen. Reichlich Journalisten hatten sich nach dem 3:1-Sieg von Bayer Leverkusen gegen AS Rom um den Mittelfeldspieler geschart, doch Krzynowek war wieder einmal nicht nach großen Worten zumute. Nach dem 3:0-Sieg gegen Real Madrid, den er mit einem Fernschuss eingeläutet hatte, war er ohne jeden Kommentar gegangen, nun immerhin ließ sich der scheue Pole zu ein paar dürren Sätzen hinreißen. „Wir müssen gut sein in der Bundesliga, das ist wichtig“, sagte der 28-Jährige. Seine eigene Leistung kommentierte er nicht.

Jeder andere hätte sich gehörig feiern lassen. Schließlich war seine persönliche Vorstellung während der 90 Minuten ein schönes Spektakel gewesen: An fast allen Schlüsselszenen war Krzynowek beteiligt. Der Mann auf der linken Außenbahn strotzte nur so vor Vertrauen in seine Fähigkeiten. Furios war sein Führungstor zum 2:1, als er eine Flanke aus 20 Metern ins Tor knallte.

„Mir war klar, dass er das Potenzial dazu hat“, sagte Bayers Trainer Klaus Augenthaler. Wie schnell sich Krzynowek in der Hierarchie nach oben gearbeitet hat, zeigt das Lob der Führungsspieler: „Er spielt eine überragende Saison“, sagt Bernd Schneider. So war es auch kein Zufall, dass die beiden Roten Karten für Rom jeweils nach Fouls an Krzynowek zustande kamen. Derzeit verbirgt sich hinter dem großen Namen AS Rom nicht mehr als eine Versammlung von Provokateuren. Das findet offenbar auch Augenthaler, der nur so viel sagen wollte: „Jetzt kann ich Rudi Völler gut verstehen, warum er nach 26 Tagen in Rom die Koffer gepackt hat.“

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