Sport : Siegen und singen

Bochum stimmt das Lied von der Nummer eins im Revier an

Richard Leipold

Bochum. Beim VfL Bochum gibt es nun einen neuen Stadionschlager: „Die Nummer eins im Pott sind wir“. Es passte genau zur Tabellensituation der Bochumer, und nach dem 1:0 gegen den VfL Wolfsburg fand sich sogar auch ein Dirigent. Sunday Oliseh schwang mit der einen Hand einen imaginären Taktstock, die andere Hand hielt er sich ans Ohr, um zu prüfen, ob auch alle schön mitsingen.

Mit der akustischen Kulisse konnte er zufrieden sein, so wie die Fans auch mit ihrer Lieblingsmannschaft zufrieden sein konnten. Mit dem Sieg gegen Wolfsburg haben die Bochumer den fünften Tabellenplatz erfolgreich verteidigt. Passend zum Gesangsvortrag von Kapellmeister Oliseh und seinen Chören stellte Trainer Peter Neururer fest, wer in diesen Tagen den Takt im Fußballrevier vorgibt: „Wir bestimmen, wo die Musik spielt.“ Hat man Töne für diesen VfL? Zwei Punkte vor Schalke und vier vor Dortmund.

In solch einer Lage hätte sich Trainer Neururer früher sehr weit nach vorne gewagt. Doch er ist aus Erfahrung klug geworden. Das Potenzial der Mannschaft reiche noch nicht aus, längere Zeit vor Schalke zu stehen, „vielleicht aber vor Dortmund“, zumindest in dieser Saison. Neururer äußert sich geschickter als früher, aber nicht so diplomatisch, dass es langweilig wird. „Wir wollen wieder 26 Punkte holen“, sagt er. Das wäre die gleiche Ausbeute wie in der Hinrunde. „Wenn am Ende Platz fünf herausspringt, wäre es in Ordnung, für die Gesamtentwicklung aber vielleicht ein zu großer Schritt.“ Seit dem Aufstieg vor anderthalb Jahren hat die Mannschaft an Reife, Ruhe und Routine gewonnen. Diese Vorzüge haben das Team in die Lage versetzt, knappe Siege schmucklos über die Zeit zu bringen. Fällt den Bochumern nicht viel ein, so können sie doch jederzeit Gewinn aus ihren hohen Standardwerten ziehen – wie Frank Fahrenhorst beim Siegtor gegen Wolfsburg.

Der kopfballstarke Innenverteidiger hat sich vom „Gefahrenhorst“ zu einer Abwehrkraft der gehobenen Klasse entwickelt. Im Sommer verlässt er den VfL ablösefrei Richtung Norden. Fahrenhorst ist für Bochum zu teuer geworden. „Werder Bremen hat ihn weggekauft“, sagt Neururer. Bei solchen Personalien zeigt sich, dass der Klub, in Widerspruch zur Tabelle, noch weit entfernt ist von den Großen.

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