Sport : Siegen und wachsen

Der Basketball-Boom bei Albas Gegner Bamberg findet kein Ende – jetzt wird die Halle erweitert

Stefan Mantel[Bamberg]

Bambergs Basketballer führen häufig Standortdebatten. Schon im Sommer 2003 hatte der damalige Hauptsponsor und Alleingesellschafter Günter Tröster die Idee eines „Franken-Teams“. Es sollte in Würzburg, Nürnberg und Bamberg spielen. Der Traditionsstandort Bamberg geriet in Gefahr. Trösters Vorhaben stieß auf Ablehnung, der langjährige Geldgeber löste sich vom Klub. Doch die Gegner von damals sind auf einmal Befürworter einer Expansion, zum Beispiel Wolfgang Heyder, der Manager des Bundesligaklubs GHP Bamberg. „Grundsätzlich hatte Herr Tröster mit seinen Plänen nicht unrecht. Nur die Methode ,Friss oder stirb’ war für uns nicht akzeptabel“, sagt Heyder.

Den Sinneswandel hat bei Heyder und anderen Verantwortlichen des GHP Bamberg die Kapazität des erst vier Jahren alten „Bamberg-Forum“ herbeigeführt. Seit dem sportlichen Höhenflug mit zuletzt zwei zweiten Plätzen in der Meisterschaft ist die Halle mit 4750 Zuschauern fast immer ausverkauft. 3000 Dauerkarten hatte der Klub vor der Saison abgesetzt, „5000 Saisontickets hätten wir verkaufen können“, sagt Heyder. Seither strebt er nach Expansion. „In wenigen Jahren wird das Forum zu den kleinsten Hallen der Liga zählen. Dann droht uns, nicht mehr konkurrenzfähig zu sein.“

Der Erfolg der Bamberger lässt auch in dieser Saison nicht nach. Die Franken kommen am Samstag als Tabellenführer zum punktgleichen Zweiten Alba Berlin (18.30 Uhr, live bei Premiere). Es ist der erste Auftritt der Bamberger in Berlin, seit sie am 25. Mai 2004 mit einem 93:68 im fünften Play-off-Halbfinalspiel die Berliner Meisterschaftsserie beendet haben. „Alba-Killer“ nennen manche Bamberger-Fans seitdem ihr Team.

Um der Forderung nach Expansion Nachdruck zu verleihen, zeigte der Klub Alternativen auf. Bamberg richtete drei Uleb-Cup-Heimspiele in der gut 80 Kilometer entfernten und 8500 Zuschauer fassenden Nürnberg-Arena aus. Mehr als 6000 Fans verfolgten dort im Durchschnitt das Spektakel. Heyder ließ die Option offen, auch künftig Spitzenspiele oder Play-off-Begegnungen in Nürnberg auszutragen. Fanproteste folgten, die Stadt um Oberbürgermeister und Basketball-Fan Herbert Lauer geriet unter Druck, das sportliche Aushängeschild der 70000-Einwohner-Stadt zu erhalten.

Hinter den Kulissen verfolgten die Macher andere Pläne. Die präsentierten sie Anfang März: Für mehr als sechs Millionen Euro wird das Forum auf 7000 Plätze erweitert – sechs VIP-Logen und 2000 zusätzliche Parkplätze inklusive. Finanziert werden die Umbaupläne von Sabine Günther, der neuen Forum-Besitzerin, Hauptsponsorin, Vize-Präsidentin und Hauptgesellschafterin des Klubs. „Ohne sie wären schon vor zwei Jahren die Lichter ausgegangen. Wenn es den Titel Basketball-Prinzessin gäbe, wäre sie Anwärterin“, sagt GHP-Präsident Hannes Kemmer über die 42 Jahre alte Unternehmerin. Sabine Günther begründete ihr Engagement für den Basketball mit den Worten. „Einmal im Leben muss man auch etwas Verrücktes machen.“

Doch nicht nur dank ihrer Anstrengungen hat der Basketball in Bamberg eine gute Perspektive. Dirk Bauermann wird bis 2008 in Personalunion Trainer der Bamberger und der Nationalmannschaft bleiben. Auch diesen Coup fädelten die Bamberger geschickt ein. Ursprünglich sollte der 47-jährige Erfolgscoach von Sommer 2005 an nur noch das Nationalteam betreuen.

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