SIEGESZUG DER OSTEUROPÄERINNEN IN WIMBLEDON : Zweta... wer?

Was für eine Schmach für eine Titelanwärterin wie Venus Williams. Vertrieben aus Wimbledon von der 20-jährigen Bulgarin Zwetana Pironkowa, von der zuvor kaum jemand etwas gehört hatte. Auch die Russin Wera Zwonarewa, Bezwingerin von Kim Clijsters, hatte niemand auf dem Zettel gehabt. Ebenso wenig wie die Tschechin Petra Kvitova, die vor Turnierbeginn noch nie ein Match auf Rasen gewonnen hatte und nun trotzdem im Halbfinale steht. Einzig Serena Williams bestückt als Arrivierte dieses Quartett, das eine abstruse Diskussion um einen Generationenwechsel anstieß.

Besonders die BBC sah ihre Traumquote mit den namenlosen Osteuropäerinnen dahinschwinden. Mit weiteren gleichförmigen „Owas“, wie die britischen Zeitungen titeln, lässt sich das schwächelnde Frauentennis eben schlecht vermarkten.

Kein Wunder, dass die Tribünen voll waren, als Martina Hingis und Anna Kurnikowa gemeinsam am Einladungsturnier teilnahmen. Die 29 Jahre alte Russin Kurnikowa hat nie einen Titel gewonnen. Doch wunderschön ist sie, das reichte für Rekordwerbeverträge. „Gott sei Dank sind Henin und Clijsters zurück“, sagte Kurnikowa. „Außer ihnen, den beiden Williams und Scharapowa kennt doch niemand die Namen der Mädchen – obwohl sie natürlich großartig sind.“

Martina Hingis, mit fünf Grand-Slam-Titeln ungleich erfolgreicher, fügte hinzu: „Sie spielen alle gleich, es wird nur hart geschlagen. Wir hatten alle einen unterschiedlichen Stil. Das machte uns einzigartig.“ 2002 hatte sie als Profi aufgehört und 2006 ein Comeback versucht, das ein Jahr später endete. Mit einer zweijährigen Sperre wegen Kokainmissbrauchs. Die Sehnsucht nach alten Zeiten richtet sich wohl vor allem auf die Geschichten abseits des Platzes. Da war früher einfach mehr los. Heute sei ihnen das Privatleben wichtig, betonten Hingis und Kurnikowa nimmermüde, das Tourleben sei ihnen zu anstrengend. phil

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