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Silbernes Lorbeerblatt : Weltmeister von Bundespräsident Gauck geehrt

Bundespräsiden Joachimt Gauck zeichnete in Berlin 21 deutsche Weltmeister mit dem Silbernen Lorbeerblatt aus. Nur Julian Draxler und Andre Schürrle fehlten bei dem Festakt.

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Die deutsche Nationalmannschaft wurde im Schloss Bellevue für den Titel bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien mit dem Silbernen Lorbeerblatt geehrt. Mit dabei: Bundespräsident Joachim Gauck (l-r), Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Thomas de Maizière.
Die deutsche Nationalmannschaft wurde im Schloss Bellevue für den Titel bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien mit...Foto: dpa

Beim Abschreiten der Ehrenformation gleich zu Beginn der Veranstaltung unterläuft der Bundeskanzlerin ein kleiner diplomatischer Fehler. Aber der wird mit einem freundlichen Raunen einfach überspielt. In der ersten Reihe sitzen die Fußball-Weltmeister 2014, in alphabetischer Ordnung von Boateng, Jerome bis Zieler, Ron-Robert. Als Angela Merkel die Spieler begrüßt, erheben sie sich artig von den Plätzen. Doch ihr hochherrschaftliches Defilee endet abrupt schon bei Per Mertesacker. Zu seiner Linken tut sich ein Gang auf, daneben sitzen die Weltmeister Müller, Mustafi, Neuer, Özil, Podolski, Schweinsteiger, Weidenfeller und Zieler; doch die hat die Bundeskanzlerin einfach übersehen. „Oh“, hallt es durch den Saal im Schluss Bellevue, woraufhin die Bundeskanzlerin auch die restlichen Mitglieder der Weltmeistermannschaft noch per Handschlag begrüßt.

Zu Merkels Ehrenrettung sei erwähnt: Es ist vor allem ihrer beherzten Intervention zu verdanken, dass eine weitere Panne gerade noch verhindert werden kann – als nämlich Christoph Kramer sein Silbernes Loorbeerblatt in die Kameras hält plus die dazugehörige Urkunde, die, wie die Bundeskanzlerin feststellt, nicht auf seinen Namen ausgestellt ist. Aber diese kleine Abweichung vom Protokoll stört niemanden an diesem Nachmittag, an dem Bundespräsident Joachim Gauck die Weltmeister, „unsere Helden hier“, in seinem Amtssitz mit dem Silbernen Lorbeerblatt ehrt.

Theodor Heuss kritisierte 1954 die Überhöhung des Fußballs

Für viele Spieler ist es nicht das erste Mal, dass sie die höchste sportliche Auszeichnung des Landes erhalten. Manager Oliver Bierhoff nimmt zum insgesamt fünften Mal an der Zeremonie teil – schon das sagt einiges, über die Wertschätzung, die der Fußball im Allgemeinen und die Nationalmannschaft im Besonderen inzwischen genießen. Beim ersten Mal, nach dem WM-Titel 1954, warnte Bundespräsident Theodor Heuss noch vor der Überhöhung des Fußballs, kritisierte den Chef des Deutschen Fußball-Bundes dafür, dass er offenbar meinte, gutes Kicken sei schon gute Politik: „Das muss nicht so sein.“

Sechzig Jahre später sagt Joachim Gauck, Fußball sei in diesem Land „immer etwas mehr als nur Sport“ gewesen. Zu Zeiten der Teilung habe die Nationalmannschaft in ganz Deutschland die Erinnerung wach gehalten, eine Nation zu sein; heute spiegele sie ganz selbstverständlich die Einwanderungsgesellschaft wider. Das passt zum Selbstbild der Nationalmannschaft, die sich ihrer staatstragenden Bedeutung spätestens nach diesen präsidialen Worten sicher sein darf. „Es war und ist schon etwas ganz Besonderes, als Bundespräsident Weltmeister zu werden“, sagt Gauck.

"Tschö" ruft Podolski

Dass es andererseits auch etwas Besonderes ist, dem Bundespräsidenten in diesem Rahmen die Hand zu schütteln, ist zumindest den Spielern anzumerken, die diese Zeremonie zum ersten Mal erleben. Erik Durm steht mit so verkniffenem Gesicht zwischen Gauck und Merkel, dass ihm die Bundeskanzlerin ein freundlich gemeintes „Lachen“ zuflüstert. Andere sind weit weniger angespannt: Als Torhüter Manuel Neuer vortritt, hält ihm Joachim Gauck die Rechte so hin, dass Neuer von oben einschlagen muss – wie man das unter Sportlern nun mal so macht. Mesut Özil ist kurz versucht, dem Bundespräsidenten mit links auf die Schulter zu schlagen, belässt es dann aber bei einer flüchtigen Berührung. Anders als Lukas Podolski, der entschlossen zulangt. Als er zu seinem Platz zurückgeht, verabschiedet er sich mit einem kräftigen: „Tschö!“

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