Silkeborg - Füchse Berlin 25:30 : Füchse siegen in Silkeborg

Der Däne Torsten Laen führt die Füchse in der Handball-Champions-League zum 30:25-Sieg gegen seine Lansleute in Silkeborg.

Jan Kirschner

Die Füchse Berlin landeten mit einem 30:25 (14:14) beim dänischen Vize-Meister Bjerringbro-Silkeborg ihren ersten Auswärtssieg in der Champions League überhaupt. Eine Woche vor dem Spitzenspiel gegen Atletico Madrid in der spannungsgeladenen Gruppe B der Champions League zog der Bundesligist durch den Erfolg in Silkeborg mit den Spaniern gleich. Die besten Berliner Torschützen in Silkeborg waren Torsten Laen (8), Sven-Sören Christophersen (6) und Mark Bult (6/1). „Meiner Mannschaft muss ich ein Kompliment machen für die konzentrierte Leistung im zweiten Durchgang“, sagte Füchse-Coach Dagur Sigurdsson. „Aber eine Vorentscheidung in dieser harten Gruppe war das längst noch nicht. Es gibt nur Finals.“

Die tiefstehende Oktober-Sonne spiegelte sich im Wasser, die Möwen ließen sich im Haf füttern – beim Spaziergang am Vormittag roch in der dänischen Kleinstadt-Idylle noch nichts nach einer packenden Handball-Partie. Aber nachdem die dänischen Zuschauer ihrem Landsmann und Füchse-Kapitän Torsten Laen in der Silkeborg-Halle mit einem warmen Applaus bedacht hatten, war es mit den Nettigkeiten vorbei. Torsten Laen vollendete zwar einen Gegenstoß zum 5:7 (12.), insgesamt entwickelte sich lange Zeit aber ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Bei den Berlinern, die alle Mann an Bord hatten, kam vor allem die rechte Seite mit Alexander Petersson und Markus Richwien gut in Tritt. Dagegen hatte Silvio Heinevetter kein Glück und löste sich bereits nach gut einer Viertelstunde mit Petr Stochl ab. Der Tscheche fand gut in die Partie und zauberte allein bis zur Pause acht Paraden auf die Platte. „Das Torwart-Duell haben wir heute klar verloren“, meinte Heimtrainer Carsten Albrektsen.

Die Dänen mischten munter mit und begeisterten ihren Anhang mit einem Kempa-Trick zum 9:8 (17.). Aber auch sie vermochten sich keinen Vorsprung herauszuwerfen. Die Kabinenpredigt von Dagur Sigurdsson fruchtete. Mit Wiederbeginn deckten die Füchse energischer – und zogen nach dem 15:15 (34.) davon. Der bis dahin untergetauchte Ivan Nincevic markierte das 15:19 (40.). Als nach einer Auszeit der Dänen postwendend der nächste Ballverlust folgte und der starke Torsten Laen den Ball zum 16:21 in die Maschen setzte, schien die Beute bereits sicher. Einmal noch, beim 19:21 (45.), keimte Hoffnung bei Bjerringbro auf. Doch die Berliner deckten gut, hatten in Petr Stochl einen starken Rückhalt. Und vorne agierten die Mannen um Sven-Sören Christophersen und Mark Bult souverän genug, um nichts  mehr anbrennen zu lassen. Nach dem Schlusspfiff freute sich nur ein Däne: Torsten Laen. „Es war für mich sehr emotional“, sagte der Kreisläufer. „Wichtig ist, dass wir beide Punkte haben und nun gegen Madrid ein Bonus-Spiel haben, bei dem wir nur gewinnen können.“

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