Silvio Heinevetter : "Ich bin ein ehrgeiziger Typ"

Silvio Heinevetter, Torwart der Füchse und der Nationalmannschaft, über die Champions League und das entscheidende Spiel heute in Magdeburg

Silvio Heinevetter, 26, wechselte in der Bundesliga 2009 vom SC Magdeburg zu den Füchsen nach Berlin. Mit einem Punktgewinn heute bei seinem früheren Verein kann er sich mit den Füchsen direkt für die Champions League qualifizieren. Sein Debüt in der Nationalmannschaft gab er 2006 und bestritt seitdem 59 Länderspiele. Foto: contrastphoto
Silvio Heinevetter, 26, wechselte in der Bundesliga 2009 vom SC Magdeburg zu den Füchsen nach Berlin. Mit einem Punktgewinn heute...Foto: contrastphoto

Herr Heinevetter, wie viel Magdeburg steckt noch in Ihnen?

Eine ganze Menge, denn ich vergesse ja nicht, wo ich meine ersten Bundesligajahre erlebt habe.

Wird deshalb Ihr Jubel gedämpfter ausfallen, wenn Sie mit den Füchsen dort den ersehnten Punkt holen?

Nein, ich werde mich nicht verstellen. In den vier Jahren in Magdeburg haben die Fans dort auch meine Emotionen geliebt, die ich unbedingt brauche. Jetzt werden sie auch verstehen, dass ich für die Füchse nicht anders bin.

Wie gehen Sie an dieses Spiel heran?

Es ist für uns eine einzigartige Chance, aus eigener Kraft in die Champions League zu kommen. Aber egal wie das Spiel ausgeht, wir haben eine Riesensaison gespielt.

Eigentlich wollten Sie ja schon vor Magdeburg alles klar haben, warum?

Das bezog sich auf den vierten Platz, den wir ja auch sicher haben. Es ist eben sehr schwer, in der Bördelandhalle zu gewinnen. Die Zuschauer haben ein besonderes Gespür für Schiedsrichter, Spieler und bestimmte Situationen, können deshalb eine Menge bewirken. So mancher Großer ist in Magdeburg schon geärgert worden.

Sind Sie besonders ehrgeizig?

Ich bin ein ehrgeiziger Typ, ja, und jetzt liegt nun mal der Fokus nur auf dem Spiel in Magdeburg.

Was macht die Champions League für Sie so wertvoll?

Es ist das Gefühl, mit den ganz Großen des Welthandballs in einem Wettbewerb zu spielen. Das ist einfach geil, mit Magdeburg habe ich ja diese Erfahrung schon gemacht.

Und zuletzt auch den EHF-Cup gewonnen...

Ja, das war auch was ganz Großes.

Ist es nur der Handball, der Sie fasziniert?

Absolut nicht. Es gibt auch richtig coole Reisen. Wann kommt ein Normalbürger zum Beispiel nach Tscheljabinsk?

Haben Sie schon im Internet geschaut, wer mit den Füchsen in einem Champions-League-Lostopf wäre?

Ehrlich, das interessiert mich nicht. Ich schaue, was täglich passiert und bin auf das nächste Ziel fixiert.

Auch auf den Konkurrenzkampf in den eigenen Reihen mit Petr Stochl?

Wir beide sind eines der besten Torhüter-Duos der Liga. Dass ich immer spielen möchte, ist klar, ich gebe nur sehr ungern ab. Aber Petr zeigt im Training und bei seinen Einsätzen Top-Leistungen. Das freut mich, denn letztlich sind wir ein Team.

Wann haben Sie in dieser Saison erstmals an die Champions League gedacht?

Schon nach vier, fünf Spielen. Ich dachte nach Kiel und Flensburg: Wenn wir diese Leistung konstant bringen, ist was möglich.

Haben Sie die kommenden Tage schon für mögliche Feiern verplant?

Nein, es geht doch gleich weiter zur Nationalmannschaft. Wir wollen uns für die Europameisterschaft qualifizieren, dafür muss jeder alles bringen.

Die EM wäre für die deutschen Handballer die letzte Chance, noch Olympia zu erreichen. Glauben Sie an diesen Strohhalm?

Strohhalm? Es ist vielleicht nur ein Zahnstocher, aber dennoch ist nichts vorbei.

Champions League mit den Füchsen und Olympia mit der Nationalmannschaft?

Jetzt denke ich nur an den ersten Teil und wir sind dafür richtig gut drauf.

Und was ist mit Urlaub?

Da brauche ich nicht viel: Sonne, Strand und Ruhe.

Die Fragen stellte Hartmut Moheit.

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