Sport : Sind’s die Augen…?

Schumacher schweigt zu seinen Zukunftsplänen.

Karin Sturm[Monte Carlo]
Auf dem Absprung? Michael Schumacher beim Großen Preis von Monaco. Foto: dpa Foto: dpa
Auf dem Absprung? Michael Schumacher beim Großen Preis von Monaco. Foto: dpaFoto: dpa

Irgendjemand muss Michael Schumacher empfohlen haben, in Monte Carlo das Thema seiner Strafe nicht mehr neu aufzuwärmen. Beim Fahrerbriefing am Donnerstag Abend hielt er sich jedenfalls extrem zurück, verlor nach Aussagen einiger seiner Fahrerkollegen kein Wort mehr darüber, dass er in der Startaufstellung beim Großen Preis von Monaco um fünf Plätze zurückversetzt wird, weil er zuvor beim Rennen in Barcelona Bruno Senna von der Strecke geräumt und anschließend wütend gegen seine Bestrafung protestiert hatte.

Intern haben sich die Leute vom Weltverband FIA längst eine Meinung gebildet über Schumachers wenig ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstkritik. In der internen Kommunikation des Verbandes heißt der siebenmalige Weltmeister nur noch „Why me?“ – Warum ich?

Die jüngeren Piloten munkeln unter der Hand schon, ob es wohl mit Schumachers Reflexen eben doch nicht mehr so gut bestellt sei oder ob er etwa – im Alter von 43 Jahren ja nicht so ungewöhnlich – etwa eine Brille brauche, weil er vielleicht Abstände bei hohen Geschwindigkeiten nicht mehr ganz exakt einschätzen könne. Immerhin gilt ja genau aus diesem Grund für Kampfjetpiloten beim Militär normalerweise in Alterslimit von 40 Jahren. Schumachers Arzt Gerhard Peil wurde in Monte Carlo sogar offiziell darauf angesprochen, wies aber alles zurück. Schließlich gebe es heute unglaublich gute Tests, um Seh- und Reaktionsfähigkeit zu überprüfen. Dass Schumacher eben diese Tests bei ihm in der Sportklinik in Bad Nauheim absolviert hatte, erwähnte Peil allerdings nicht.

Vielleicht verunsichert Schumacher aber auch nur der Druck, endlich einmal ein gutes Ergebnis zu erreichen. Gerade jetzt, nachdem Teamkollege Nico Rosberg in Shanghai mit dem Silberpfeil schon einmal ganz oben auf dem Podest stand. Für Aufsehen sorgte in Monaco eine Äußerung von Nick Fry, dem Geschäftsführer des Mercedes-Teams. Der sagte, wenn die die Saison so weiterlaufe, könne es durchaus passieren, dass Schumacher am Ende des Jahres aufhöre. Der Angesprochene selbst wollte sich dazu nicht weiter äußern: Es sei noch nicht der richtige Zeitpunkt, um sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

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