Situation in Braunschweig : Wenn zu wenig zu viel wird

Nach sieben Spieltagen in der Fußball-Bundesliga steht Aufsteiger Eintracht Braunschweig mit einem mickrigen Punkt da. Wo soll das noch hinführen? Unser Autor über Braunschweigs verhängnisvollen Lauf. Ein Kommentar.

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Wenn Torsten Lieberknecht am Saisonende noch Trainer in Braunschweig wäre, hätte die Eintracht sicher einiges richtig gemacht.
Wenn Torsten Lieberknecht am Saisonende noch Trainer in Braunschweig wäre, hätte die Eintracht sicher einiges richtig gemacht.Foto: AFP

Oh je, was macht man nur mit Eintracht Braunschweig? Den stolzen Aufsteiger des Sommers. Der September geht, und schon ist aller Schwung, aller Mut und aller Stolz dahin. Weiter hoffen?

Ein Pünktchen aus sieben Spielen, drei zu achtzehn Tore – wo soll das noch hinführen? Torsten Lieberknecht, der Trainer, war schon nach der Klatsche von Stuttgart drauf und dran, freiwillig seinen Platz zu räumen. Niemand hat das gefordert, weder Klub, Fans noch Medien. Weil alle wissen, dass es nicht am Trainer liegt. Das ist irgendwie sympathisch, aber auch verhängnisvoll.

Es fehlt an Qualität auf dem Rasen. Ein wenig rächt sich, dass man beim Traditionsklub glaubte, in der Bundesliga ohne Verstärkungen bestehen zu können. Ein Trainerwechsel aber, obgleich sich sicher ein paar Kandidaten finden ließen, würde daran nichts ändern. Was aber bleibt der Eintracht?

Die Braunschweiger sind keine Fantasten, nicht mit ihrer Geschichte. Sie wussten, dass sie es schwer haben würden, auch wenn sie sich ein wenig konkurrenzfähiger wähnten. Aber ja, man kann mit Anstand und stilvoll absteigen. Wenn Lieberknecht dort am Ende der Saison immer noch Trainer wäre, hätte die Eintracht sicher einiges richtig gemacht. Dann wäre die Bundesliga ein schöner Betriebsausflug gewesen, ein Abenteuer.

Nichts gegen eine solche Erfahrung. Aber es gibt auch Niederlagen, nach denen Komplimente schmerzen. Vor allen, wenn es gar keine Siege gibt. Denn wie viele Niederlagen verträgt eine Seele? Irgendwann wird es nur noch tragisch.

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