Sport : Siwakow will trotz Verbots nach Athen

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Minsk/Athen Weißrusslands Sportminister Juri Siwakow geht auf Konfrontation zu Olympia-Gastgeber Griechenland und zur Europäischen Union. Trotz des gegen ihn ausgesprochenen Einreiseverbots zu den Olympischen Spielen, die am 13. August in Athen beginnen, will Siwakow nach Athen fahren. Der umstrittene Politiker, der auch Chef des weißrussischen Teams ist, bezeichnete den geplanten Olympia-Ausschluss als „unbeholfenes politisches Spielchen“. Die griechische Regierung will sich jedoch auf keinen Fall umstimmen lassen. Alle Grenzposten des Landes seien angewiesen, Siwakow an der Einreise zu hindern und ihm auch die Olympia-Akkreditierung abzunehmen, hieß es aus hohen Regierungskreisen.

Siwakow wird vorgeworfen, 1999 und 2000 in seiner damaligen Funktion als Innenminister am Verschwinden von vier Menschen, darunter zwei Oppositionellen, beteiligt gewesen zu sein. Die Europäische Union hatte sich am Freitag offiziell für ein Einreiseverbot gegen den umstrittenen Politiker ausgesprochen. Dies wurde von Menschenrechtlern in Weißrussland als „wirksames Mittel, mit dem man Druck auf die weißrussischen Behörden ausüben kann“, begrüßt.

Nach vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Olympia-Organisatoren und dem IOC reicht eine Akkreditierung für die Spiele auch ohne Visum zur freien Einreise ins Olympia-Land. Auf dieses Recht will sich auch Siwakow berufen. In einem ähnlichen Fall hatte das IOC bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney einem Einreiseverbot der australischen Behörden gegen den usbekischen Funktionär Gafour Rachimow nicht widersprochen. Ähnlich dürfte das IOC auch diesmal verfahren.

Die weißrussische Botschaft in Deutschland protestierte gegen das Einreiseverbot. In einer Presseerklärung schrieb die Botschaft dazu: „Die Instrumentalisierung der Olympischen Spiele für die weitere Verstärkung des politischen Drucks auf die Republik Weißrussland ist kontraproduktiv.“

Der Europarat hatte sich im April für politischen Druck und Sanktionen gegen Weißrussland ausgesprochen, um zur Aufklärung des Falles beizutragen, in den auch Staatspräsident und NOK-Präsident Alexander Lukaschenko verwickelt sein soll. dpa

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