Skeleton : Sartor fährt knapp an Gold vorbei

Weltmeisterin Diana Sartor ist bei den Skeleton-Wettbewerben in Turin nur knapp an einer Medaille vorbei gefahren. Die 35-Jährige wurde Vierte, es siegte die Schweizerin Maya Pedersen.

Turin - Die Enttäuschung über die erneut verpasste Olympia- Medaille im Skeleton stand ihr ins Gesicht geschrieben, doch die bevorstehenden Mutterfreuden trösteten Diana Sartor schnell über das erneute Blech hinweg. «Mutterglück ist wichtiger. Was soll's. Ein wenig Wehmut ist dabei, wieder eine Medaille verpasst zu haben. Aber das andere ist eine Riesensache», sagte die 35-Jährige vom SV Altenberg, für die es wie vor vier Jahren in Salt Lake City nur zum vierten Platz reichte. Diesmal fehlten der Welt- und Europameisterin von 2004 nur 28/100 Sekunden zum Sprung auf das Siegerpodest.

Überlegene Olympiasiegerin wurde Maya Pedersen. Die Top-Favoritin fuhr mit großem Vorsprung den ersten Olympiasieg für die Schweizer Frauen seit Vreni Schneiders Slalom-Gold 1994 in Lillehammer ein. Silber eroberte die Britin Shelley Rudman vor der Kanadierin Melissa Hollingsworth-Richards. Die am Vortag schwer gestürzte und mit einem Schleudertrauma ins Rennen gegangene Anja Huber aus Berchtesgaden kam bei ihrer Olympia-Premiere auf einen respektablen achten Rang.

«Ich habe im zweiten Lauf oben ein paar kleinere Fehler gemacht», ärgerte sich Sartor, die im Sommer gemeinsam mit dem früheren Rodel- Doppelsitzer Steffen Skel ihr erstes Kind erwartet, denn doch über die auch im zweiten Anlauf verpasste Plakette. «Diana hatte klare Fahrfehler. Die summieren sich bis zum Ziel», sagte Bundestrainer Jens Müller, 1988 in Calgary mit Rodel-Gold dekoriert.

Trotz ihrer Schwangerschaft hatte sie sich bäuchlings wagemutig in die anspruchsvolle Eispiste gestürzt, nachdem sie sich zuvor vom Mannschaftsarzt die Startgenehmigung geholt hatte. Sie konnte sich einmal mehr auf ihre fahrerischen Qualitäten verlassen und raste im ersten Durchgang in 1:00,29 Minuten zu einem Bahnrekord, der jedoch von der unmittelbar nach ihr gestarteten Pedersen mit 59,64 Sekunden pulverisiert wurde. «Mein Start war zwar nicht so besonders, dafür war die Fahrt in Ordnung. Es war klar, dass hier niemand ohne Fehler herunter kommt. Diese Bahn hat es halt in sich. Maya machte schon im Training den sichersten Eindruck», sagte Sartor.

Anja Huber, die sich bei einem schweren Trainingssturz am Mittwoch ein Schleudertrauma zugezogen hatte, war mit ihrem olympischen Einstand zufrieden. «Mit einer Medaille habe ich hier nie gerechnet. Ich muss den Ärzten Danke sagen, dass ich überhaupt an den Start gehen konnte», sagte die Bayerin. Die erlittenen Hautabschürfungen und vor allem die Nacken- und Kopf-Probleme behinderten die 22- Jährige aber sichtlich. «Das war eine Feiglingsfahrt», sagte Huber nach ihrem schwachen ersten Lauf, bei dem sie im unteren Teil vor allem vor einer Stelle großen Respekt zeigte. «Man hat gesehen, dass ich vor meiner Sturzkurve 17 extrem gebremst habe.»

Am Start lieferte Huber in 5,05 Sekunden eine absolute Topzeit ab. «Mehr Schwierigkeiten hatte ich beim Lenken», meinte die Deutsche, die bei ihrer «Notbremse» fast drei Zehntelsekunden verlor. «Den Crash hat man natürlich im Hinterkopf. Da hatte ich in dem Moment einfach zu viel Respekt.» (tso/dpa)

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