Ski alpin : Dritter Tag ohne WM-Rennen

Der Winter spielt weiter verrückt und bringt nach dem Weltcup nun auch die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in immer größere Schwierigkeiten. Die deutschen Sportler sehen es gelassen.

Are - Eisige Stürme und Schneefälle im schwedischen Are verhinderten auch am dritten Tag den WM-Auftakt und warfen Fragen zur Terminwahl auf. Nach den Kapriolen vom Wochenende wurde der Super-G der Herren wegen Windes sowie schlechter Sicht um einen Tag verlegt. An diesem Dienstag um 10 Uhr soll das Rennen auf verkürzter Strecke nachgeholt werden, der Start des Super-G der Damen ist für 12:30 Uhr vorgesehen. Letztmals waren bei der WM in St. Anton am Arlberg vor sechs Jahren zwei Rennen an einem Tag gefahren worden.

Nachdem schon 20 Alpin-Weltcups meist wegen Schneemangels nicht wie geplant stattfinden konnten, steht auch die WM bisher unter keinem guten Stern. "Ich bin nicht gerade glücklich, aber das ist Teil unserer Sportart. Wir haben lange auf den Schnee gewartet, jetzt haben wir ihn und dürfen uns nicht beschweren", sagte der Präsident des Internationalen Skiverbandes FIS, Gian-Franco Kasper.

"Es war kein Risiko, Are die WM zu geben"

Auch der deutsche Sportdirektor Wolfgang Maier nahm wie seine Kollegen die Absagen noch gelassen hin. "Die FIS wollte eben keinen Terminwechsel mit der nordischen Ski-WM, obwohl jeder wusste, dass der Februar ein problematischer Monat ist", sagte Maier. "Man hat die Veranstalter dazu gezwungen. Die FIS muss die Verantwortung dafür übernehmen, wie sie den Skisport bei der WM präsentiert."

Kasper verteidigte den Termin. "Die erste Hälfte des Februars war immer für die alpinen, die zweite für die nordischen Weltmeisterschaften", sagte der Schweizer und setzt auf besseres Wetter bei den bis zum 18. Februar dauernden Titelkämpfen. Schneefall und Wind sollen ab Dienstag nachlassen, dafür sinken die Temperaturen auf bis zu minus 20 Grad. "Es war kein Risiko, Are die WM zu geben." Der Skiort hatte sich gegen Lillehammer (Norwegen) und Val d'Isère (Frankreich) durchgesetzt.

Keppler wieder startbereit

Die zweite Absage des schon am Samstag verlegten Rennens verschaffte zwar dem an Rücken, Hüfte und Hand verletzten Stephan Keppler einen weiteren Tag Erholung. Doch auch der 24-Jährige hat das Warten satt und will endlich fahren. "Seit zwei Tagen geht es mir gut, ich bin jetzt schmerzlos. Meine Nummer wäre heute ein Vorteil gewesen", sagte Keppler. Wie Alpin-Chef Maier hielt er die Absage jedoch sinnvoll. "Es wäre ein Blödsinn gewesen, hier ein Rennen zu fahren. Das wäre nie fair gewesen", sagte Maier. "Weil wir nicht im Zwang sind, Medaillen zu gewinnen, können wir das relativ locker hinnehmen."

Bis zum Super-G-Doppelpack am Dienstag wollen die Organisatoren der weißen Pracht Herr werden, mehrere hundert Pistenarbeiter sind dafür bis zu 16 Stunden im Einsatz. Sollten die Rennen stattfinden, sind die Veranstalter wieder im Zeitplan, wobei einer von drei Abfahrtstrainingsläufen schon gestrichen ist.

Das Wetter bleibt ein Risiko

Wetterkapriolen gab es fast immer bei alpinen Titelkämpfen. Von 1970 bis 2001 gab es keine WM ohne Änderung des Zeitplans. Am schlimmsten traf es die Skirennfahrer 1993 im japanischen Morioka. Sturm und Schneemassen verdammten die Athleten damals lange zur Tatenlosigkeit und zerrten an den Nerven. Die Abfahrt der Herren wurde um neun Tage verschoben, der Super-G musste sogar gestrichen werden. (Von Christian Kunz und Marc Zeilhofer, dpa)

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