Sport : Ski alpin: Ein kleiner Sieg für Tobias Stechert

Berlin - Der Tag hatte schon gut begonnen für Tobias Stechert. Der Skirennläufer aus Oberstdorf war gerade bei der Vorbereitung auf die erste Weltcup-Abfahrt des Winters, als er die Nachricht erhielt, dass sein Lieblingsverein Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga gewonnen hatte. Aber ein paar Stunden später spielte das keine so große Rolle mehr, denn Stechert erlebte in Lake Louise überraschend so etwas wie einen persönlichen Sieg. Mit der Startnummer 32 war der 27-Jährige auf Platz fünf gerast und erfüllte damit gleich im ersten Saisonrennen die Qualifikationskriterien für die Ski-WM im Februar in Schladming.

Das Podest verpasste er nur um 19 Hundertstelsekunden. Als Stechert im Ziel abschwang und den Blick auf die Anzeigentafel warf, „konnte ich es gar nicht fassen“. So gut war Stechert noch nie, so gut war seit Max Rauffers Sieg in Gröden vor acht Jahren kein deutscher Abfahrer mehr. „Er hat die gesunde Mischung aus Aggressivität und Lockerheit gezeigt“, lobte Cheftrainer Karlheinz Waibel.

Dass dies Stechert nicht schon früher gelungen ist, hat ganz simple Gründe. Es gab bisher kaum einen Winter, in dem ihn nicht eine kleinere oder größere Verletzung plagte. „Der Tobi hat soviel durchgemacht, er ist immer wieder zurückgeworfen worden“, sagt Waibel. „Er zeigt schon lange, dass er schnell ist, aber es nagt am Selbstvertrauen, wenn man so lange dem Erfolgserlebnis nachläuft.“ Stechert selbst wäre in Lake Louise mit einem Platz unter den ersten 15 zufrieden gewesen, hatte er vor dem Rennen gesagt – verständlich nach den Rängen 31 und 37 in den beiden Trainingsläufen. dapd

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