Ski alpin : Einsam an der Spitze

Maria Riesch rettet mit einem Sieg im Slalom die DSV-Bilanz. Die Rennen in den spanischen Pyrenäen verdeutlichten, dass der Verband fast auf Gedeih und Verderb auf die Ausnahme-Sportlerin angewiesen ist.

Riesch
Maria Riesch -Foto: dpa

La Molina - Nach ihrem überlegenen Erfolg schrie sich Maria Riesch im Ziel die Freude lautstark aus dem Leib. Ihre ärgste Rivalin und beste Freundin Lindsey Vonn nahm sie schon im Zielraum in den Arm. Mit 1,48 Sekunden Vorsprung hatte Riesch soeben die Slalom-Konkurrenz und ihren ersten Sieg im WM-Winter gefeiert. „Es ist Wahnsinn, endlich wieder einen Slalom zu gewinnen. Das war ewig her und macht mich glücklich und stolz“, sagte die 24-Jährige, die zum bislang einzigen Mal vor fast fünf Jahren im Torlauf gewonnen hatte. „Und mit Lindsey macht es doppelt Spaß, zusammen auf dem Podium zu stehen.“ Im Gesamtweltcup machte Riesch mit ihrem insgesamt siebten Weltcup-Erfolg am Sonntag 20 Punkte auf die US-Amerikanerin Vonn gut.

Nicht nur Riesch jubelte überschwänglich, auch Trainer Mathias Berthold war sichtlich erleichtert. „Ich habe gezittert, aber als ich ihre ersten Tore im Steilhang sehen habe, wusste ich, das passt“, sagte Berthold. „Sie hat es noch besser gemacht, als ich es erwartet habe.“

Schon im Riesenslalom hatte die Partenkirchenerin als Zehnte und beste Deutsche beim Sieg der Finnin Tanja Poutiainen Rückstand auf Vonn verkürzen können, die ausgeschieden war. Mit ihrem Sieg im Slalom und dem ersten Top-Ten-Ergebnis im Riesenslalom seit 21 Monaten konnte Riesch, die im Gesamtklassement mit 328 Punkten Dritte hinter Vonn (438) und Poutiainen (400) ist, bei der Rückkehr des alpinen Weltcups nach Europa überaus zufrieden sein. Nicht aber der Deutsche Skiverband (DSV), denn die Rennen in den spanischen Pyrenäen verdeutlichten umso mehr, dass der Verband fast auf Gedeih und Verderb auf die Ausnahme-Sportlerin angewiesen ist. „Der Sieg überdeckt auch vieles und man muss sich Gedanken machen, warum es in der zweiten Garnitur im Moment keine Weiterentwicklung gibt“, sagte DSV-Alpinchef Wolfgang Maier. Im Riesenslalom holte seine Vorzeigefahrerin als einzige Punkte. Im Slalom gab es für Monika Bergmann (Lam), die von Rang 6 auf 19 zurückfiel, sowie für Fanny Chmelar (Partenkirchen) als 22. noch ein paar Zähler. Sieben andere deutsche Frauen erreichten das Finale der besten 30 nicht.

„Es ist ein bisschen schade, ist, dass das wieder die Monopolstellung von Maria untermauert. Wir wollten eigentlich mal ein bisschen aufbrechen, so dass nicht alle Last bei ihr liegt“, befand Maier. Der Blick auf die erreichten Weltcup-Punkte in den Technik-Disziplinen ist für das Frauen-Team auch ernüchternd. Elf Fahrerinnen wurden eingesetzt. Riesch holte sich in Slalom und Riesenslalom 261 Punkte, die anderen alle zusammen nur 169. dpa

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