Ski alpin : Felix Neureuther verpasst ersten Sieg

Ein schwerer Fehler beim Slalom in Adelboden hat Felix Neureuther um seinen ersten Sieg gebracht. Trotzdem schaffte es der 23-jährige Garmisch-Partenkirchener auf das Treppchen und gibt sich für die kommenden Rennen selbstbewusst.

Helen Scott-Smith,Michael Becker
NEUREUTHER
Reingehängt und dennoch nicht gewonnen: Felix Neureuther in Adelboden. -Foto: AFP

AdelbodenDer vierte Podiumsplatz der Karriere hat den Erfolgshunger des 23-Jährigen weiter vergrößert. "Im ersten Moment war es schon ein bisschen bitter, als ich gemerkt habe, dass ich um 14/100 den Sieg verpasst hatte", sagte der Partenkirchener Skirennfahrer nach seinem dritten Platz beim Slalom in Adelboden. In Weltmeister Mario Matt aus Österreich und dessen Landsmann Benjamin Raich, der als Zweiter seine Führung im Gesamt-Weltcup vor dem Schweizer Didier Cuche ausbaute, waren nur zwei Konkurrenten schneller.

Für Neureuther war das nur ein weiterer Ansporn. "Ich werde es bei den nächsten Rennen wieder probieren. Mich freut es, dass ich zurzeit so eine Form und so einen Lauf habe. Jetzt bin ich im Januar in Hochform, wo noch drei Klassiker ausstehen, und ich hoffe, dass es da so weiter geht", kündigte er an. Nach einem Steher und Rang neun im ersten Lauf fuhr Neureuther im zweiten Durchgang wie entfesselt und liegt in der Slalom-Saisonwertung mit 188 Punkten hinter Raich (216) und vor dem Italiener Manfred Mölgg (181) schon auf dem zweiten Platz.

Weiter Probleme im Riesenslalom

"Es war klar, dass er schnell ist und vorne mitfahren kann, aber man sieht wie eng es ist", sagte der Alpin-Direktor des Deutschen Skiverbands (DSV), Wolfgang Maier, und machte seinem besten Fahrer, den er zu den besten fünf der Welt zählt, Mut: "Er hat es auf jeden Fall drauf." Neureuther selbst beginnt sich nach seinem vierten Podium in der dünnen Hundertstel-Luft der absoluten Weltspitze zu akklimatisieren. "Ich bin sehr happy, dass ich bestätigt habe, dass ich bei jedem Rennen auf dem Stockerl stehen kann", freute er sich über den gelungenen Jahresauftakt nach seinem zweiten Platz im letzten Slalom des vergangenen Jahres in Alta Badia.

Beim Riesenslalom-Sieg des Schweizers Marc Berthod war Neureuther - wie auch Fritz Dopfer (Garmisch) - am Samstag noch im ersten Durchgang ausgeschieden, obwohl er auch die Disziplin mit den größeren Abständen zwischen den Toren "sehr, sehr gerne" fährt. Doch hier muss er sich seine Sporen erst noch verdienen und auf oft schon zerfurchter Piste zunächst um eine bessere Startnummer kämpfen. Nicht zuletzt angesichts von nur vier Platzierungen in 22 Riesenslalom- Weltcups weiß auch der selbstbewusste Neureuther, dass er hier noch Defizite hat. "Das sind total unterschiedliche Disziplinen, vielleicht kann man es mit Brustschwimmen und Kraulen vergleichen. Da fragt man den Brustschwimmer auch nicht: Du schwimmst ja auch, aber warum kannst du nicht kraulen?"

Glänzende Stimmung herrschte im Lager der beiden großen Skinationen Österreich und Schweiz. Im Riesenslalom hatten Berthod und Daniel Albrecht als Zweiter vor Hannes Reichelt (Österreich) der heimischen Rekordkulisse von 34.000 Zuschauern am gesamten Wochenende einen sportlichen Feiertag beschert. Tags darauf untermauerten die Alpen-Rivalen aus Österreich ihrerseits mit dem Doppelerfolg von Matt und Raich ihren Führungsanspruch im alpinen Weltcup. (mit dpa)

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