Ski-Alpin : Gegen die Serie

Ski Alpin: Maria Riesch gibt den Gesamtweltcup verloren und hofft auf die WM.

Riesch
So knapp war’'s. Maria Riesch wurde im Super-G auf ihrer Heimstrecke in Garmisch-Partenkirchen Fünfte. -Foto: dpa

Garmisch-Partenkirchen  - Unmittelbar nach dem letzten WM-Test hakte Maria Riesch den Gewinn des Gesamtweltcups ab, an ihre erste WM-Medaille glaubt sie aber nach wie vor. „Jetzt kann die WM kommen, jetzt gilt es die Nerven zu bewahren. Ich fahre mit einem guten Gefühl zur WM nach dem Podest im Slalom und dem guten Ergebnis im Super- G“, sagte Riesch. Nach Platz zwei im Slalom erreichte die 24-Jährige im Super-G beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen mit einem Rückstand von acht Hundertstelsekunden auf das Podest den fünften Platz. Beide Male hieß die Siegerin Lindsey Vonn; die Amerikanerin vergrößerte damit im Kampf um die Große Kristallkugel für den Gesamtweltcup ihren Vorsprung vor Riesch auf 179 Punkte.

Bei den Männern verlief es für Felix Neureuther auf seiner Heimstrecke nicht ganz so gut. Der 24-Jährige schied beim Slalom bereits im ersten Durchgang aus – es war sein vierter Ausfall hintereinander. Den Sieg sicherte sich der Italiener Manfred Mölgg vor seinem Landsmann Giorgio Rocca.

Bei den Frauen soll Maria Riesch nach acht Jahren ohne Einzel-Medaille die schwarze Serie des Deutsche Skiverbandes (DSV) bei Alpin-Weltmeisterschaften beenden. Im Weltcup schätzt die Partenkirchnerin ihre Chancen als sehr gering ein. „Lindsey wird wieder Gesamtweltcupsiegerin. So soll es auch sein, die Beste soll gewinnen“, sagte sie. Doch Vonn mochte die Gratulation der Freundin so kurz vor der WM, die heute eröffnet wird und am Dienstag den Super-G der Frauen als erste Entscheidung auf dem Programm hat, nicht annehmen. „Die Maria wird für mich weiter eine große Konkurrentin sein“, sagte Vonn.

Die 24-Jährige geht als Favoritin in die Titelkämpfe in Val d''Isère. Nach den Kurven auf der umgestalteten und eisigen Kandahar ging die Hatz auch auf der Straße weiter. Weil der Super-G wegen Nebels auf Sonntag verlegt worden war, musste der geplante Flug storniert werden, es ging per Auto in die französischen Savoyen. „Das ist sicher nicht die ideale Vorbereitung auf eine WM“, sagte Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold, der sich auf der neunstündigen Fahrt noch einmal ausgiebig mit Riesch besprechen konnte. Bequemer hatten es die Österreicher, die im Privatjet nach Frankreich reisten.

WM-Hoffnungen macht sich auch Viktoria Rebensburg (Kreuth). Als Zehnte erreichte sie am Sonntag ihr bestes Super-G-Ergebnis, aber Chancen auf eine WM-Top-Platzierung hat die 19-Jährige eher im Riesenslalom. Als 31. beendete Gina Stechert den Super-G. Es war ein Dämpfer für ihre WM-Vorfreude.

Dreimal wurde Anja Pärson (Schwedin) vor zwei Jahren in Are Weltmeisterin, dreimal Janica Kostelic (Kroatien) vor vier Jahren in Bormio; nun könnten es die goldenen Spiele der derzeit dominierenden Lindsey Vonn werden. „Anja und Maria sind für mich die Konkurrentinnen, aber bei einer WM ist alles möglich. Da kann auch ein unbeschriebenes Blatt kommen“, warnte Vonn. Riesch würde mit Gold in die Riege der großen deutschen Skirennfahrerinnen aufsteigen. Bei den letzten Großereignissen brachten sie zwei Kreuzbandrisse und deren Folgen um die Hoffnungen. Es ist ihre dritte WM-Teilnahme, und zum ersten Mal reist sie als eine der Favoritinnen an. dpa


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