Ski alpin : Götschl schraubt eigene Bestmarke hoch

Ein schwerer Sturz von Stephan Keppler hat den deutschen Skirennfahrern zwei Wochen vor der WM eine Schrecksekunde beschert, die aber wohl ohne große Folgen bleiben wird.

Cortina d`Ampezzo/Val d'Isère - Der Ebinger verletzte sich am Samstag beim Training im französischen Val d'Isère, wo der Lokalmatador Pierre-Emmanuel Dalcin überraschend die Abfahrt gewann. Trotz eines Kahnbeinbruchs, einer Hüftprellung sowie einer Gehirnerschütterung rechnet Keppler mit seinem WM-Start. Auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften in zwei Wochen im schwedischen Are zeigte Maria Riesch (Foto) bei der Abfahrt in Cortina d`Ampezzo/Italien leicht aufsteigende Form. Beim Sieg der Österreicherin Renate Götschl belegte die Partenkirchenerin Rang 20.

"Ich bin nicht ganz happy, aber auch nicht ganz unzufrieden", sagte Riesch. "Es sind nicht die monstergroßen Schritte nach vorne, aber kleine." Wie die Oberstdorferin Gina Stechert als 30. platzierte sie sich in den Punkte-Rängen. Petra Haltmayr (Rettenberg) wurde nach ihrer guten Super-G-Vorstellung vom Vortag nur 33., Stefanie Stemmer schied in ihrem vorerst letzten Weltcup-Rennen aus. Wegen zu schlechter Leistungen wird die Sportlerin aus Rottach-Egern zunächst nur noch in unterklassigen Wettbewerben starten.

Neue Bestmarke von Götschl

Götschl siegte vor der Amerikanerin Julia Mancuso und der Französin Marie Marchand-Arvier. Schon vor einem Jahr hatte die Österreicherin mit ihrem neunten Erfolg auf der Tofana den Rekord von Ingemar Stenmark, der acht Siege an einem Ort (Madonna di Campiglio) schaffte, übertrumpft. Mit ihrem insgesamt 42. Weltcup-Erfolg schraubte sie die Bestmarke weiter hoch.

"Das ist ein besonderer Ort, eine besondere Strecke für mich. Es ist immer aufregend", sagte Götschl, die im 20. Weltcup-Rennen des WM-Winters für den 13. österreichischen Sieg sorgte. In der Weltcup-Gesamtwertung ist Götschl mit 701 Zählern hinter ihren Teamkolleginnen Marlies Schild (881 Punkte) und Nicole Hosp (828) sowie Mancuso (714) auf dem vierten Platz.

Überraschung durch Dalcin

Bei den Herren verteidigte Aksel Lund Svindal (Norwegen) seine Weltcup-Führung vor Didier Cuche (Schweiz). Dalcin profitierte bei seinem Überraschungserfolg auch von wechselnden Windbedingungen im oberen Streckenteil, die den favorisierten Startnummern zwischen 20 und 30 keine Chance mehr ließen. Der 29-Jährige lag vor den beiden Kanadiern Erik Guay und Manuel Osborne-Paradis.

Der deutsche Herren-Cheftrainer Werner Margreiter war erleichtert, dass Kepplers Sturz ins Fangnetz wohl nicht so folgenschwer war wie zunächst befürchtet. "Es schaut so aus, als ob er keine schweren Verletzungen hätte", sagte Margreiter und glaubt ebenso wie der Unglücksrabe selbst an den WM-Start. "Bei der WM bin ich wieder dabei, ist alles nicht so wild", sagte Keppler im einem ZDF-Interview im Krankenhaus.

Pech hatte auch Johannes Stehle. Der Obermaiselsteiner wurde nach einem Sturz des vor ihm gestarteten Schweden Hans Olsson nach knapp der Hälfte der Fahrt gestoppt und musste nach mehr als halbstündiger Wartezeit nochmal starten. Der 25-Jährige belegte mit einem Rückstand von 4,25 Sekunden den 48. Platz. Nachwuchsfahrer Tobias Stechert kam auf Platz 56. (Von Christian Kunz und Helen Scott-Smith, dpa)

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