Ski Alpin : Nebel stoppt Riesenslalom-Fahrerinnen

UPDATE Hängepartie im Riesenslalom der Frauen: Wegen Nebels konnte der zweite Durchgang nicht ausgetragen werden. Die Entscheidung soll am Donnerstag nachgeholt werden.

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Vancouver 2010 - Ski alpin
Nichts zu sehen. Die Zuschauer im Zielraum warten vergeblich auf die Entscheidung im Riesenslalom der Frauen. -Foto: dpa

Für Lindsey Vonn hatte sich der zweite Durchgang schon am Vormittag erledigt. Mit Tränen in den Augen ging die US-Amerikaner vom Vierersessellift in Whistler Creekside zum Olympischen Dorf. Ein Tapeverband umschloss ihre rechte Hand, ein Eisbeutel kühlte den gebrochenen kleinen Finger. Lindsey Vonn war im ersten Durchgang auf dem Innenski weggerutscht, auf ihre Hand gefallen und ausgeschieden. Vier Stunden später hatte sich der zweite Durchgang auch für alle übrigen Läuferinnen erledigt.

Der olympische Riesenslalom der Frauen ist am Mittwoch verschoben worden. Er sollte am Donnerstag um 18.30 Uhr stattfinden. „Die Entscheidung ist okay“, sagte Bundestrainer Mathias Berthold, „lieber morgen einen guten Lauf fahren, als heute im Nebel runterwurschteln, das wäre auch den Olympischen Spielen nicht würdig.“ Nach dem ersten Lauf hatte sich der berüchtigte Mid-Mountain-Fog auf die Strecke gebildet. Es sind tiefe Wolken aus dem Pazifik, die in der Mitte des Berges hängen bleiben. „Wir konnten aufgrund des Wetterwechsels keinen zweiten Durchgang durchführen“, sagte Atle Skardal, „da machen wir lieber ein faires Rennen morgen.“ Die Regeln erlauben es nicht, einen Riesenslalom-Sieger nach nur einem Durchgang zu küren.  

Deutsche Frauen zur Halbzeit auf den Plätzen sechs, sieben und zehn

Nach dem ersten Lauf hatten Vikoria Rebensburg, Maria Riesch und Weltmeisterin Kathrin Hölzl auf den Plätzen sechs, sieben und zehn gelegen. Maria Riesch fehlten 48 Hundertstelsekunden auf die führende Österreicherin Elisabeth Görgl. „Ich bin zufrieden, ich kann damit ganz gut leben“, sagte Kombinationsolympiasiegerin Maria Riesch, die sich im Riesenslalom die geringsten Chancen auf eine Medaille ausgerechnet hatte. Kathrin Hölzl und Viktoria Rebensburg mussten im ersten Lauf mit der Startnummer eins und zwei starten, was sich bei dichtem Nebel und heftigem Schneefall vor allem im Mittelteil als Nachteil erwies. „Ich bin einfach nicht auf Speed gekommen“, sagte Kathrin Hölzl, „der Schnee hat gebremst und gesaugt.“  

Trotzdem kritisierte Trainer Mathias Berthold seine Weltmeisterin, die mit 69 Hundertstelsekunden Rückstand in den zweiten Lauf geht. „So viel wie sie selber glaubt, hat die Kathi nicht getan“, sagte der Bundestrainer, „sie ist zu passiv gewesen und im unteren Teil nur die 14. Zeit gefahren.“ Die Mannschaft wolle sich jetzt das Video des ersten Laufes ansehen. „Dann werden wir attackieren“, sagte der Bundestrainer. Dabei kommt ihm entgegen, dass der Neustart bei der ursprünglichen Höhe erfolgt. Am Mittwoch sollte er zwischenzeitlich etwas nach unten verlegt werden, was seinen Frauen weniger Zeit gegeben hätte, ihre Rückstände aufzuholen.

Eine weitere Verschiebung lässt der Terminkalender nicht zu

Die Alpinen Skiwettbewerbe wurden vom ersten Tag der Olympischen Spiele an von Verschiebungen beeinträchtigt. Eine falsche Wahl seien die alpinen Strecken in Whistler trotzdem nicht, findet Mathias Berthold. „Eigentlich ist es schön hier“, sagte er, „wir hatten vor zwei Jahren eine superschöne Woche hier gehabt und auch letzte Woche bei den Speedrennen war das Wetter einwandfrei.“ Zuvor und auch jetzt wieder schütten Regenwolken ihre Feuchtigkeit über Whistler aus. „Es liegt halt sehr nahe am Meer, da kommen immer wieder Fronten rein“, sagte Mathias Berthold. Die Kanadier haben das Phänomen „Ananas-Express“ getauft, es ist ein starker und dauerhafter Feuchtigkeitsstrom mit heftigen Regenfällen, dessen Ursprung über Hawaii liegt. Die Aussichten für die nächsten Tage versprechen keine Besserung. Renndirektor Atle Skardal konnte nicht beantworten, wie es weitergehen werde, wenn auch demnächst nicht gefahren werden kann. Eine Verlängerung der Spiele über den Sonntag hinaus, wird es jedenfalls mit dem Norweger nicht geben. Atle Skardal sagte: „Ich fliege am Sonntag nach Hause.“

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