Sport : Ski Alpin: Österreich darf endlich jubeln

Franz Metzger

Cindy und Kolumbus heißen die Hausratten, die sich Michaela Dorfmeister als lebende Maskottchen hält - und das passt zur exzentrischen 27-Jährigen aus Neusiedel. Freund Christian, ein Kriminalbeamter, musste gestern die Vierbeiner daheim bei Laune halten, "weil die am Vormittag meistens schlafen". Nur wache Tiere aber können Glück bringen. Das funktionierte. Michaela Dorfmeister führte gestern bei der WM-Abfahrt in St. Anton ein österreichisches Trio aufs Podium. Gold für Dorfmeister, Silber für Renate Götschl, Bronze für Selina Heregger - erstmals durfte der bislang wenig verwöhnte rot-weiß-rote Anhang Freudenhymnen anstimmen. "Wir haben immer positiv nach vorne geschaut", sagte Renate Götschl. Und im Festzelt besangen sie schon bald den Karneval in Rio.

Gerade 17 Hundertstel trennten Siegerin und Bronzegewinnerin. Die Schweizerin Corinne Rey-Bellet auf Rang vier lag schon weitere 53 Hundertstel hinter Selina Heregger. Beste Deutsche wurde gestern Hilde Gerg (Lenggries) auf Rang sechs. Oben fuhr sie stark, unten ging ihr mit der hohen Startnummer 29 die Kraft aus. Petra Haltmayr (24.) und Sibylle Brauner (27.) patzten in der tückischen Funderkehre.

Kjetil Andre Aamodt hat derweil Geschichte geschrieben. Der 29-Jährige aus Oslo holte sich in der Kombination nach den Titeln von Sestriere und Vail zum dritten Mal in Serie die Goldmedaille in dem Allrounder-Wettbewerb aus Slalom und Abfahrt - eine einzigartige Leistung in der 70-jährigen Geschichte alpiner Weltmeisterschaften. Trotz aller Routine zitterte Aamodt nach seiner Führung im Slalom vor der Abfahrt noch um seinen Sieg, "denn ich wollte das Gold nicht mehr aus der Hand geben. Es ist ein ganz besonderer Sieg", sagte Aamodt nach einer Nacht fast ohne Schlaf erleichtert.

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