Ski Alpin : Riesch ohne Medaille im Super-G

UPDATE Maria Riesch hat als Achte eine Medaille im olympischen Super-G verpasst. Olympiasiegerin wurde die Österreicherin Andrea Fischbacher.

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XXI. Olympische Winterspiele
An der Medaille vorbeigerast. Maria Riesch fährt im Super-G auf den achten Platz. -Foto: ddp

Nach Startnummer 17 schien die Geschichte des olympischen Super-G-Rennens geschrieben. Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn stand jubelnd im Zielraum, auf der Tribüne wedelten die Fans mit der US-Flagge – wieder hatte der weibliche Star dieser Spiele eine Superzeit gefahren. Ihre nächste Goldmedaille schien sicher, ihre zweite bei diesen Spielen. Plötzlich ein Raunen auf der Haupttribüne, 4747 Zuschauer waren hochgradig erstaunt. Denn gerade hatte jemand Vonns Zwiscnenzeit unterboten, jemand, der in dieser Geschichte eigentlich nicht vorgesehen war. Als Andrea Fischbacher über die Ziellinie raste, hatte sich die Geschichte der zweimaligen Olympiasiegerin Vonn erstmal erledigt. Jedenfalls für diesen Tag.

Die Österreicherin Andrea Fischbauer ist die neue Olympiasieger im Super-G, damit hatten nicht viele Zuschauer und Experten gerechnet. Zudem raste die Slowenin Tina Maze mit einem Rückstand von 49 Hundertstelsekunden auf dem anspruchsvollen Kurs zur Silbermedaille. Für Lindsey Vonn blieb nur Platz drei.

Vonn mit Bronze zufrieden

„Bronze ist auch cool“, sagte die US-Amerikanerin, „die Medaille sieht fast so aus wie meine Goldmedaille in der Abfahrt.“ Die richtige Goldmedaille für den Super-G durfte sich Andrea Fischbacher am Abend auf der Medal Plaza abholen. „Ein Traum ist wahr geworden“, sagte die Österreicherin, „ich wusste, dass ich Gold holen konnte, wenn ich aggressiv fahre.“ Maria Riesch hingegen kam nach ihrem Sieg in der Superkombination im Super G mit 1,32 Sekunden Rückstand auf Platz acht. Sie hatte zeitweise die beste Zeit vorgelegt, sie hatte die Hoffnung auf Gold oder wenigstens auf eine Medaille. Sie war als eine Anwärtin auf eine Medaille an den Start gegangen.

Doch diesmal reichte es nicht für einen Platz auf dem Podest. „Dieser achte Platz ist kein Weltuntergang“, sagte die 25-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen. Sie hatte das schwierigste Tor dieser Strecke hervorragend gefahren, aber sie hatte zuvor ein paar kleinere Fehler gemacht. Trotzdem hatte sie die beste Zwischenteit und die Bestzeit im Ziel. „Da wäre sicher mehr drin gewesen“, sagte sie. Aber sie tröstete sich mit ihrer Kombinations-Goldmedaille.

Hinzu kam, dass sie das Pech hatte, mit der Startnummer zwölf relativ früh auf den Kurs gehen zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt versteckte sich die Sonne noch, bei den späteren Fahrerinnen leuchtete sie den oberen Streckenabschnitt besser aus. „Die hinteren Startnummern hatten eine bessere Sicht“, sagte Maria Riesch, „Andrea und Tina sind ein super Rennen gefahren, aber sie haben den Vorteil mit der Sonne auch gut ausnutzen können.“ Der deutsche Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold sagte: „Die vorderen Nummern waren nicht unbedingt ein Vorteil.“ Gina Stechert fuhr auf Rang 15, Viktoria Rebensburg auf Rang 28.

Platz acht kein Weltuntergang für Riesch

Maria Riesch war nach ihrer Goldmedaille befreit an den Start gegangen. „Eigentlich kann mir nichts mehr passieren“, sagte sie, „ich war nicht mehr so aufgeregt, aber ich wollte zeigen, was ich kann.“ Die Strecke war ziemlich anspruchsvoll, 15 von 53 Skirennfahrerinnen stürzten oder verpassten ein Tor.

Im Gegensatz zu den meisten Zuschauern und Experten hatte Maria Riesch die Österreicherin Andrea Fischbach durchaus auf der Rechnung gehabt. „Die ganz große Überraschung ist sie nicht, sie war auch hier in der Abfahrt gut drauf“, sagte Maria Riesch, „es freut mich für sie und für die Österreicher, die sind ein bisschen gebeutelt vom Herrenergebnis.“

In der Abfahrt hatte Andrea Fischbacher eine Bronzemedaille nur um vier Hundertstelsekunden verpasst. „Danach hatte ich Wut im Bauch“, sagte sie. Irgendwann hatten die Journalisten herausgefunden, dass sie eine Cousine zweiten Grades von Hermann Maier, dem österreichischen Skihelden ist. „Ich weiß, das hat mir meine Oma auch erzählt“, sagte Andrea Fischbacher, „aber ich kenne ihn gar nicht persönlich und habe auch nicht seine Telefonnummer.“ Noch eine Geschichte, die nicht so ganz geklappt hat, an diesem Samstagvormittag in Whistler Creekside.

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