Ski alpin-WM : Svindal gewinnt Riesenslalom

Österreichs Ski-Asse erlebten ihr schlimmstes WM-Debakel, Felix Neureuther ärgerte sich über eine verpasste Chance, und Aksel Lund Svindal war zum zweiten Mal der große Sieger.

Are - Der 24-jährige Norweger holte sich nach Gold in der Abfahrt im schwedischen Are auch den Sieg im Riesenslalom vor den beiden Schweizern Daniel Albrecht und Didier Cuche. Der Rivale aus Österreich hingegen kassierte das schlechteste Riesenslalom-Ergebnis in der Geschichte alpiner Weltmeisterschaften. Hermann Maier war als Titelverteidiger auf Rang 21 noch Bester des nicht mehr dominierenden Teams und blieb bei seinem vielleicht letzten Großereignis erstmals ohne Medaille. "Die WM ist vermurkst", sagte er.

Im Weltcup führt Svindal in der Gesamtwertung und punktet dort unglaublich konstant mit Platzierungen im Mittelfeld, rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt ist aber Schluss mit Mittelmaß. Der Skandinavier präsentierte sich eine Autostunde von seinem Heimatland entfernt in Spitzenform. "Das war ein Lauf fast ohne Fehler. Ich habe brutal Gas gegeben und wusste im Ziel, dass kann Gold sein", sagte Svindal, der drauf und dran ist, in die großen Fußstapfen der norwegischen Ski-Asse Lasse Kjus und Kjetil Andre Aamodt zu treten.

Unkalkuliertes Risiko ging "Mr. Zuverlässig" auch beim Riesenslalom nicht. "Risiko nehmen und Gas geben bringt nichts, wenn es nicht mit der Technik zusammenpasst. Ich habe keinen Schwung gehabt, wo ich dem Ausfall nahe gewesen wäre", sagte Svindal und ließ sich mit der rot-blauen Norwegen-Flagge in der Hand von seinen Fans feiern.

Ende für Neureuther durch Sturz

Ähnlich schnell wie die Spitze war der Partenkirchener Felix Neureuther im ersten Durchgang unterwegs, ehe er stürzte und mit jeder Menge Frust die Strecke verließ. "Mann, war das blöd. Es wäre heute so viel drin gewesen. Aber lieber so ausscheiden, als zu zaghaft fahren", sagte Neureuther, der im Slalom am Samstag bessere Chancen hat. Stephen Keppler (Ebingen) vermied im ersten Durchgang einen Sturz, im zweiten schied der Speedspezialist aber aus.

Feiern durften neben Svindal auch die Schweizer. Vor zwei Jahren waren sie noch ohne Medaille geblieben, diesmal war es schon die fünfte. Jungspund Albrecht durfte nach Gold in der Super-Kombination nun auch im Riesenslalom aufs Podest, doch fast noch mehr wurde der 32-jährige "Oldie" Didier Cuche nach seinem ersten WM-Edelmetall gefeiert. "Es ist besonders schön, dass es endlich geklappt hat", sagte der Skirennfahrer, der die eine oder andere Träne verdrückt haben soll.

Alpinchef: Keine Konsequenzen

Cuche freute sich, Bode Miller ist dagegen der größte WM-Verlierer. Nach dem klar verpassten Edelmetall in Super-G, Super-Kombination und Abfahrt kam der Amerikaner zwar ins Ziel, blieb aber als 15. weit hinter der Spitze.

Während Millers Enttäuschungen in seiner Heimat nur am Rande wahrgenommen werden, ist das Debakel Österreichs Gesprächsthema Nummer eins in der Alpenrepublik. "Mir geht die Spritzigkeit ab. Ich fahre nur so herunter", betonte Maier, der im Gegensatz zu Mitfavorit Benjamin Raich wenigstens ins Ziel kam. "Ich habe die Piste unterschätzt", musste der Olympiasieger kleinlaut eingestehen.

Trotz Abfahrtsdebakel mit Rang acht als bestem Ergebnis und der Riesenslalom-Schlappe schloss Alpinchef Hans Pum Konsequenzen aus: "Die Leute haben das Skifahren nicht verlernt, die Trainer arbeiten weiterhin gut. Es gibt nun keine Diskussion, nur weil zwei Rennen daneben gegangen sind." (Von Christian Kunz und Marc Zeilhofer, dpa)

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