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Ski-Weltcup : Keppler mit Glück im Unglück

Skirennfahrer Stephan Keppler ist bei der Weltcup-Abfahrt im schweizerischen Wengen schwer gestürzt. Die erste Diagnose im Krankenhaus: Innenbandzerrung im Knie, Schürfwunden im Gesicht und ein verlorener Zahn.

Immer volles Risiko: Stephan Kepplers hat schon schwerere Stürze erlitten. Die erste Diagnose macht Mut für die Titelkämpfe Anfang Februar.
Immer volles Risiko: Stephan Kepplers hat schon schwerere Stürze erlitten. Die erste Diagnose macht Mut für die Titelkämpfe Anfang...Foto: AFP

Knapp drei Wochen vor der Heim-WM in Garmisch- Partenkirchen ist Skirennfahrer Stephan Keppler beim Abfahrtsklassiker am Lauberhorn schwer gestürzt. Der 27-Jährige aus Ebingen knallte am Samstag im schweizerischen Wengen mit etwa 70 Stundenkilometern in die Begrenzung und wurde mit einem Akia von der Piste gebracht. Die erste Diagnose im Krankenhaus von Interlaken macht jedoch Mut für die Titelkämpfe Anfang Februar. Keppler zog sich eine Innenbandzerrung im Knie sowie Schürfwunden im Gesicht zu, zudem verlor er einen Zahn. „Es ist noch relativ glimpflich ausgegangen“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Noch am Samstag sollte Keppler zurück nach München reisen. Zuvor sicherte sich der Österreicher Klaus Kröll seinen dritten Weltcup- Sieg vor den Lokalmatadoren Didier Cuche und Carlo Janka.

Ein Ausfall von Keppler bei der Heim-WM wäre äußerst bitter für den Deutschen Skiverband. Mit seinem zweiten Platz von Gröden hatte er im Dezember die fast 20 Jahre lange deutsche Podest-Tristesse im Super-G beendet und auch dank zweier Top-Ten-Resultate in der Abfahrt aufhorchen lassen. „Es lässt sich noch nicht sagen, wie lange er ausfällt. Da müssen jetzt die Physiotherapeuten draufschauen. Es kann sein, dass es schnell geht“, sagte Maier. Kepplers Teamkollege Tobias Stechert aus Oberstdorf wurde 31.

Nach mehr als einer Minute Fahrtzeit auf der insgesamt 4,4 Kilometer langen Piste in Wengen schoss der oft sehr risikofreudige Keppler zu schnell in das Kernen-S und schleuderte nach außen gegen die Matten. Bereits auf der Piste war Deutschlands bester Speedfahrer wieder ansprechbar und redete im Sitzen mit seinen Helfern. Das Rennen war für rund 20 Minuten unterbrochen. „Er ist diese Passage im Training ziemlich gut gefahren, deshalb überrascht mich der Sturz ziemlich“, sagte Maier.

Seine schwerste Verletzung im Weltcup hatte sich Keppler vor knapp drei Jahren zugezogen. Im März 2008 riss er sich beim Sturz im Abfahrtstraining im norwegischen Kvitfjell das vordere Kreuzband im linken Knie und erlitt eine Gehirnerschütterung. Wegen einer Hand- und Hüftverletzung musste er zudem lange um seine Teilnahme an der WM 2007 bangen.

Vor der Unterbrechung hatte Kröll bei Temperaturen um den Gefrierpunkt die fehlerfreieste Leistung aller Toppiloten abgeliefert. „Das ist ein Traum. Es war immer mein Wunsch, einen Klassiker zu gewinnen. Es ist sehr leicht gegangen, ich war mit gar nicht sicher, ob das wirklich schnell ist“, sagte der 30-Jährige.

Dem frenetisch angefeuerten Lokalhelden Cuche, der sich vor seinem Start an der Strecke noch mit Käsefondue gestärkt hatte, blieb mit 14/100 Sekunden Rückstand zum dritten Mal nur der zweite Platz. Der dreimalige Saisonsieger Michael Walchhofer vergab auf nachlassender Piste den zweiten Erfolg am Lauberhorn mit einer verpatzten Passage am Kernen-S und kam nur auf Rang elf.

Noch deutlicher verpasste Patrik Järbyn die Ideallinie und sorgte eine knappe Stunde vor Keppler mit der Startnummer vier für einen frühen Schreckmoment. Der Schwede wurde an der Minschkante in die Luft katapultiert und schlug mit dem Kopf auf die Piste. Erst nach fünf bangen Minuten erhob sich der 41-Jährige unter dem Applaus der Fans aus dem Fangzaun. (dpa)

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