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Ski-Weltmeisterschaft : Deutsche Ski-Rennläufer holen Bronze

Die Deutschen haben beim Teamwettbewerb der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Schladming die Bronzemedaille im Duell gegen Kanada gewonnen. Gold holten sich die Gastgeber aus Österreich.

Elisabeth Schlammerl
Jubel im Quartett. Die Deutschen freuen sich über Bronze.
Jubel im Quartett. Die Deutschen freuen sich über Bronze.Foto: dpa

Einen Moment herrschte Unsicherheit, die Blicke wanderten hin und her, aber dann brachte die Anzeigentafel im Zielstadion von Schladming Gewissheit. Die deutsche Mannschaft hat am Dienstagabend zum zweiten Mal nach 2005 eine Teammedaille bei alpinen Ski-Weltmeisterschaften gewonnen. In Bormio vor acht Jahren war es Gold gewesen, dieses Mal gab es durch den knappen Sieg im kleinen Finale mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung auf Kanada Bronze. Maria Höfl-Riesch, Lena Dürr, Felix Neureuther und Fritz Dopfer sowie die nicht zum Einsatz gekommenen Stefan Luitz und Veronique Hronek holten damit die dritte Medaille für den Deutschen Skiverband und erfüllten vor den vier technischen Wettbewerben bereits die Vorgaben. „Was jetzt noch kommt, ist Zugabe“, sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier.

Für die Gastgeber scheinen die Titelkämpfe dagegen endlich so richtig zu beginnen. Die Österreicher bezwangen im Finale Schweden 4:0, zuvor hatten sie die deutsche Mannschaft in der Runde der letzten Vier mit dem gleichen Ergebnis besiegt. Marcel Hirscher, der rotweißrote Skiheld, hatte seinen ersten Auftritt in Schladming und nährte mit fabelhaften Läufen Österreichs Hoffnung auf einen goldenen Endspurt. Er war der Garant dafür, dass zum ersten Mal in diesen WM-Tagen die österreichische Nationalhymne bei einer Siegerehrung erklang. „Es war extrem wichtig für uns, hier zu gewinnen“, sagte der österreichische Männer-Cheftrainer Mathias Berthold.

Hirscher wurde von den meisten der 15.500 Zuschauer frenetisch gefeiert. So lautstark wie bei seinem ersten Start war es zuvor noch nie gewesen im Zielstadion von Schladming. „Ich bin froh, dass ich Teil des Teams war und die ganze Atmosphäre und das Flair hier genießen konnte“, sagte der 23-Jährige nach dem Gewinn seiner ersten WM-Medaille.

Für das deutsche Team hatte der Wettbewerb mit einem Schreckmoment begonnen. In der ersten Runde stürzte der Kroate Filip Zubcic, rutschte quer über die Piste und kollidierte mit Felix Neureuther. „Mir ist es heiß und kalt den Rücken runtergelaufen“, gab Cheftrainer Charly Waibel zu. Der 28-jährige Neureuther griff sich zwar an das geprellte Knie, gab aber erst einmal Entwarnung. „Ich glaube, ich habe ziemlich Glück gehabt, denn der Kollege da hat mich ziemlich abgeräumt“, sagte Neureuther.

Während das DSV-Quartett die Kroaten noch locker bezwang, wurde es gegen Frankreich schon eng. Dopfer sicherte mit seinem Vorsprung im letzten Duell den Einzug ins Halbfinale. Aber gegen Österreich war die deutsche Mannschaft chancenlos. Dürr und Höfl-Riesch stürzten, Dopfer unterlag Hirscher und Neureuther musste sich auch noch Philipp Schörghofer geschlagen geben. Im Kampf um Bronze gegen Kanada war es erneut Dopfer, der für die Entscheidung zugunsten seiner Mannschaft sorgte. „Der Fritz ist der Motor dieses Teams“, lobte Maier. „Es freut mich, dass er Akzente setzt und gezeigt hat, wie gut vorbereitet er auf diese WM ist.“

Allerdings nahmen den zum vierten Mal bei einer WM ausgetragenen Teamevent nicht alle Nationen ganz so ernst. Viele nominierten mit Rücksicht auf die noch ausstehenden Einzelwettbewerbe. Die Amerikaner traten ohne den zweifachen Goldmedaillengewinner Ted Ligety und Slalom-Hoffnung Mikaela Shiffrin an. Bei den Kroaten fehlte Ivica Kostelic und bei Slowenien die überlegene Gesamtweltcup-Führende Tina Maze. Und Frankreich verzichtete auf Alexis Pinturault.

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