Ski-WM : Wieder keine Medaille für Maria Riesch

Zwar hatte Maria Riesch nur Außenseiterchancen in der Abfahrt, enttäuscht war die 24-Jährige am Ende trotzdem: Wieder reichte es bei der WM nicht zu einem Spitzenplatz. Den Titel holte sich Lindsey Vonn.

Michael Becker,Christian Kunz[dpa]
Maria Riesch
Maria Riesch: "Es ärgert mich, dass ich nicht so gefahren bin, wie ich es kann." -Foto: dpa

Val d'IsèreAls Lindsey Vonn den "schönsten Tag" in ihrem Leben feierte, wischte sich Maria Riesch ein paar Tränen aus den Augenwinkeln. Beim Abfahrtssieg ihrer besten Ski-Freundin aus den USA war für die 24-Jährige am Montag in Val d'Isère der nächste WM-Traum von einer Medaille geplatzt. Nach guten Zwischenzeiten kurvte Maria Riesch in der zweiten Streckenhälfte deutlich am erhofften Podest vorbei - in der Super-Kombination hatte sie das Edelmetall noch knapp verpasst.

"Es ärgert mich, dass ich nicht so gefahren bin, wie ich es kann und wieder keine Medaille gewonnen habe", sagte die Partenkirchenerin, die mit 1,54 Sekunden das Podest als Zehnte klar verfehlt hatte. Zwar hatte Riesch, die in diesem Winter einmal aufs Treppchen und zuletzt im Dezember 2006 in der Abfahrt zum Sieg fuhr, nur eine Außenseiterchance - aber dass die im Training gestürzte Partenkirchenerin am Ende schlechter als mit Rang neun 2007 in Are abschnitt, drückte doch sehr auf das Gemüt.

"Das ist natürlich enttäuschend. Wir haben uns mehr erwartet. Das war einfach zu wenig", gestand Damen-Cheftrainer Mathias Berthold, der seine zweite Starterin Gina Stechert (Oberstdorf) als enttäuschende 26. in der Ergebnisliste wieder entdeckte. Eine große Hoffnung haben alle beim Deutschen Skiverband (DSV). "Ich traue Maria zu, im Slalom zurückzuschlagen", sagte Berthold. 51 Einzel-Rennen bei Großereignissen ohne Medaille bedeuten schon eine lange Durststrecke für die deutschen Alpinen.

Ski-Wunderkind Lara Gut wird Zweite

Rieschs Kontrahentin im Kampf um den Gesamtweltcup, Lindsey Vonn, wurde dagegen der Favoritenrolle gerecht und verwies das 17-jährige Ski-Wunderkind Lara Gut (Schweiz) sowie Nadia Fanchini (Italien) auf die weiteren Medaillen-Ränge. "Ich bin so glücklich , das ist der schönste Tag in meinem Leben", sagte Vonn, die schon den Super-G-Titel zum WM-Auftakt eingefahren hatte. Die Amerikanerin, die mit vorgedruckten Weltmeister-Autogrammkarten zur WM in den Savoyen angereist war, könnte wie Janica Kostelic (Kroatien) oder Anja Pärson (Schweden) bei den Titelkämpfen 2005 bzw. 2007 dreimalige Weltmeisterin werden. Am Mittwoch im Team-Event, Donnerstag im Riesentorlauf oder am Samstag im Slalom gibt es weitere Chancen.

Nach ihrer Disqualifikation in der Super-Kombination war Vonn mit einer Portion Extra-Motivation auf die 2227 Meter lange "Rhones Alpes"-Piste gegangen und wurde bei einem Vorsprung von umgerechnet fast 13 Metern mit Titel Nummer zwei belohnt. Trotz aller Party-Laune dachte sie aber auch an die betrübte Freundin, die schon im Super-G nur auf Platz acht gelandet war. "Bisher war es nicht ihre WM. Aber sie hat noch den Slalom, da ist alles möglich“, sagte die 24 Jahre alte Gewinnerin. "Maria war ein bisschen nervös nach ihrem Sturz."

Riesch, der bei den Titelkämpfen in den französischen Savoyen nach drei von fünf Einzel-Entscheidungen die Medaillen-Möglichkeiten ausgehen, war bei der Schussfahrt am Montag wieder einmal ganz auf sich allein gestellt. Stechert kam nur im geschlagenen Feld ins Ziel und hatte am Ende einen Rückstand von 4,34 Sekunden. Mit Startnummer eins ins Rennen gegangen harrte die 21-Jährige aber bis zum Ende unten aus - und nahm im Ziel die Weltcup-Zimmergefährtin in den Arm. "Sie musste immerhin den Sturz wegstecken, das ist was anderes. Aber ihre Rennen kommen noch, sie wird im Slalom zeigen, was sie kann", machte auch Stechert Mut.

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