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Skicross : Thompson siegt - Wörner stürzt

Stürze, frühes Aus, Verletzungen: Für die deutschen Skicrosserinnen war es ein gebrauchter Tag. Der schwere Olympia-Kurs machte Alpinchef Wolfgang Maier richtig sauer. Marielle Thompson setzte Kanadas Erfolgs-Story bei Olympia fort.

Die deutschen Skicrosser reisen ohne Medaille, aber mit Verletzungen von den Winterspielen ab. Anna Wörner stürzte im Viertelfinale des Damen-Wettbewerbs am Freitag und zog sich nach ersten Diagnosen eine Verletzung am rechten Knie zu. Heidi Zacher scheiterte beim Sieg der Kanadierin Marielle Thompson bereits im Achtelfinale. „Vom reinen Ergebnis ist das nicht, was wir uns hier erhofft haben. Die Männer waren relativ konkurrenzfähig, aber da haben wir mit dem Material daneben gelegen“, zog Wolfgang Maier, Sportdirektor beim Deutschen Skiverband, ein ernüchtertes Sotschi-Resümee.

Die dreimalige Weltcupsiegerin Wörner hatte nach einem Sprung bei der Landung das Gleichgewicht nicht halten können und wurde nach dem Aufprall erneut durch die Luft gewirbelt. Die 24-jährige Partenkirchenerin wurde mit dem Akja abtransportiert und zu weiteren Untersuchungen ins Medical Center von Krasnaja Poljana gebracht. Auch andere Starterinnen stürzten, die Chilenin Stephanie Joffroy wurde ebenfalls abtransportiert.

Maier übte Kritik an dem schweren Kurs. „Wenn die Verantwortlichen auf die Karte setzen, nur mit besonderen Stürzen oder extremen Überlastungen der Sportler Zuschauer zu cashen, dann geht es aus Sicht des Verbandes komplett in die falsche Richtung. Man kann auch den Sport attraktiv darstellen, ohne dass man so ein hohes Risiko eingeht“, sagte er. Damit tue sich diese Sportart keinen Gefallen.

„Wenn man sich die Verluste anschaut, dann halte ich das für sehr bedenklich. Ich bin ehrlich total angepisst, dass sich da Sportler so heftig verletzen, weil man glaubt, bei Olympia muss man etwas Besonderes machen“, erklärte Maier. Tags zuvor war Daniel Bohnacker bei einer Kollision mit einem Teamkollegen kollidiert und hart mit dem Kopf aufgeschlagen.

Heidi Zacher wurde in ihrem Achtelfinale nur Dritte und schied damit aus. „Ich habe leider zu viele Fehler gemacht, die Strecke ist schneller geworden, die Sprünge sind weiter gegangen als vorher“, sagte die Lenggrieserin.

Thompson setzte die kanadische Erfolgs-Story der Skicrosserinnen fort. Die 21 Jahre alte Gesamtweltcup-Führende setzte sich im Finale vor ihrer Teamkollegin Kelsey Serwa durch. Bronze ging an Anna Holmlund aus Schweden. Für die Französin Ophelie David blieb nach einem Sturz nur der vierte Platz. Die WM-Zweite Thompson folgt ihrer kanadischen Teamkollegin Ashleigh McIvor, die 2010 in Vancouver bei der Olympia-Premiere dieser Sportart triumphiert hatte. (dpa)

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