Sport : Skifliegen: Deutsches Team nur Mittelmaß

Ohne Martin Schmitt und Sven Hannawald ist Skisprung-Mannschaftsweltmeister Deutschland nur Mittelmaß. Beim Team-Weltcup in Planica (Slowenien) belegten Michael Uhrmann (Rastbüchl), Hansjörg Jäkle (Schonach-Rohrhardsberg), Christof Duffner (Schönwald) und Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg) am Samstag mit 1411,1 Punkten nur Platz sechs unter acht teilnehmenden Mannschaften. Martin Schmitt (Furtwangen) schonte sich für den Einzelwettbewerb am Sonntag. Das Mannschaftsspringen gewann Finnland (1575,6), das sich damit auch den Nationencup sicherte, vor Österreich (1542,5) und Japan (1485,3).

"Die führenden Mannschaften haben in einer hoch klassigen Konkurrenz keine Schwächen gezeigt", sagte Bundestrainer Reinhard Heß, der vor dem Wettkampf noch mit Platz drei geliebäugelt hatte. "Ich bin aber nicht enttäuscht." Begeistert zeigte sich der Thüringer von der guten Leistung Christof Duffners, der mit 206 und 205 Metern bester deutscher Springer war. Seine 395,2 Punkte waren unter 32 Springern der fünftbeste Wert - allerdings bei unterschiedlichen Anlauflängen. Uns Älteren traute man nichts mehr zu. Ich kann den Kritikern zeigen, dass man auch mit 29 Jahren noch Leistung bringen kann", sagte Dufner. Nach einer Formkrise war er Anfang des Jahres sogar aus der Weltcup-Mannschaft genommen worden, überraschte jedoch am Freitag als Trainingsbester mit 219,5 m. Diese Weite hatte vor ihm noch kein deutscher Skispringer erreicht. "Jetzt greife ich morgen noch einmal voll an", sagte Dufner.

Bei Dauerregen und milden Temperaturen segelten die Springer auf der weltgrößten Flugschanze auf Weiten in der Nähe des inoffiziellen Weltrekords des Österreichers Andreas Goldberger (225m). Bester Einzelspringer war erneut der Pole Adam Malysz (218,5 + 216 m). Den weitesten Flug jedoch zeigte der Norweger Tommy Ingebrigtsen mit 219,5 m. Diese Regionen möchte auch Martin Schmitt bei der Einzelkonkurrenz am Sonntag (11.00 Uhr/live ZDF und Eurosport) erreichen. Der vierfache Weltmeister liegt im Skiflug-Weltcup 45 Punkte hinter Adam Malysz zurück. "Ich denke, Martin ist Willens, seine letzte Chance zu suchen. Wir haben ein wenig taktiert, um ihn zu schonen", sagte Bundestrainer Heß. Schmitt selbst gibt an, seine Ambitionen auf den Weltcup innerlich abgehakt zu haben. "Da ist der Adam doch ein gutes Stück weg, ich konzentriere mich nur auf den Wettkampf. Ich habe meine Ziele erreicht, die Saison ist einfach sensationell gelaufen."

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