Skispringen : Generationswechsel am Schanzentisch

Olympia-Wettkampf des Tages: Österreichs Skispringer setzen auf den Nachwuchs und fühlen sich an Turin 2006 erinnert. Im deutschen Team zeigt sich Severin Freund selbstsicher.

Christoph Geiler
Überraschte schon bei der Vierschanzentournee: Österreichs Thomas Diethart.
Überraschte schon bei der Vierschanzentournee: Österreichs Thomas Diethart.Foto: imago

Trotz seines Sturzes auf der Normalschanze mangelt es Severin Freund nicht an Selbstbewusstsein. Vor dem heutigen Springen auf der Großschanze (18.30 Uhr, live im ZDF) ließ der beste deutsche Skispringer sich nach einem guten Trainingssprung in der Qualifikation erst gar nicht blicken. "Man muss nicht unbedingt jeden Sprung machen", sagte Severin Freund. Er ist wie Andreas Wellinger aufgrund seiner guten Weltcupplatzierung vorqualifiziert. Marinus Kraus überzeugte mit Platz vier, Richard Freitag qualifizierte sich mit Rang 21.

Bei den Österreichern hingegen herrscht Unruhe, nachdem sie im Auftaktspringen leer ausgegangen waren. Cheftrainer Alexander Pointner fühlt sich an Turin 2006 erinnert, als ebenfalls die Medaillen zunächst ausblieben. "Und dann sind plötzlich zwei junge Sportler zu den Verantwortungsträgern dazugestoßen", erzählt der Cheftrainer. "Damals waren das Thomas Morgenstern und Andreas Kofler. Die haben dann Gold und Silber gewonnen, jetzt haben wir zwei Junge, die Vierter und Fünfter geworden sind."

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Junge Springer überraschen

Im österreichischen Team zeichnet sich ein Generationswechsel ab. Bereits bei der Vierschanzentournee hatte Thomas Diethart mit seinem Sieg überrascht. Und auch beim Auftaktspringen auf der Normalschanze waren die Nachwuchsspringer Diethart und Michael Hayböck für die Stars Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern in die Bresche gesprungen. "Wir sind in den letzten Jahren oft dafür kritisiert worden, dass bei uns nichts nachkommt", sagt Pointner. "Jetzt haben wir zwei Leute behutsam herangeführt, die jederzeit eine Medaille holen können."

Frischen Wind kann das österreichische Team auch gut gebrauchen. Martin Koch und Wolfgang Loitzl stehen kurz vor dem Karriereende. Auch Thomas Morgenstern erwägt den Rückzug. Nach den beiden schweren Stürzen in diesem Winter spricht der 27-Jährige übers Karriereende: "Ich weiß, wie viel Glück ich gehabt habe, ich möchte es nicht herausfordern." Und dann ist da noch Gregor Schlierenzauer. Bis auf Olympiagold hat der 24-Jährige alle Titel gewonnen, die es im Skispringen zu gewinnen gibt. Auch er macht sich Gedanken über die Zukunft: "Es kann durchaus sein, dass ich sage: Ich brauche eine Pause."

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