Skispringen : Olympiasieger Bystöl nach Schlägerei vor Karriere-Aus

Nach einer neuerlichen Alkohol-Eskapade und dem erneuten Rauswurf aus dem norwegischen Nationalteam steht Skisprung-Olympiasieger Lars Bystöl vor den Trümmern seiner Karriere.

Oslo - Der 28-Jährige Norweger war vor zwei Wochen in einer Bar in Hemsedal unter Alkoholeinfluss zum wiederholten Male in eine Schlägerei verwickelt und wurde daraufhin von Manager Claes Brede Braathen suspendiert. "Es tut mir Leid, was passiert ist. Normalerweise feiere ich nicht öfter Partys als andere Menschen, aber leider gab es schon mehrere Vorfälle, bei denen Alkohol im Spiel war", räumte Bystöl reumütig ein.

In den vergangenen sechs Jahren hatte Bystöl durch Alkohol-Exzesse immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Im Frühjahr 2001 musste der aus Voss stammende Olympiasieger für 24 Tage ins Gefängnis, weil er betrunken Auto gefahren war. Die Folge war der erste Rauswurf aus dem norwegischen Team, in das er erst am Neujahrstag 2002 wieder aufgenommen wurde.

Karriere-Highlight Olympiasieg

Der nächste Vorfall ereignete sich im März 2003, wenige Wochen nach dem Gewinn der WM-Bronzemedaille mit dem Team. Bystöl lieferte sich vor dem Weltcup in Lahti im betrunkenen Zustand eine heftige Auseinandersetzung mit einem Taxi-Fahrer und flog wieder bis zum Saisonende aus der Mannschaft. Als der Stilist im November des gleichen Jahres nach einer durchzechten Nacht ins Hafenbecken von Oslo stürzte, war er am persönlichen Tiefpunkt angelangt.

Trainer Mika Kojonkoski hielt dennoch lange an dem Talent fest. Bystöl missbrauchte das Vertrauen jedoch erneut, als er nach dem Absturz im Mannschafts-Wettbewerb auf der Normalschanze bei der WM 2005 in Oberstdorf mit seinen Teamkollegen in einem Lokal erwischt und später wieder suspendiert wurde. In Turin schlug dann seine große Stunde, als er überraschend zu Olympia-Gold auf der Normalschanze sprang. In der vergangenen Saison konnte er an diesen Erfolg nicht mehr anknüpfen. Seine besten Ergebnisse waren drei 28. Plätze bei den Weltcups in Lillehammer, Zakopane und Klingenthal. (tso/dpa)

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