Skispringen : Schmitt beflügelt ZDF-Quoten - Verband hofft auf Profit

Schade, RTL: Der Privatsender war im vergangenen Winter aus dem Skispringen ausgestiegen - am Wochenende nun kam das ZDF mit Martin Schmitt auf sensationelle 35 Prozent Marktanteil. Das freut auch den Deutschen Skiverband, der sich dank Schmitts Comeback unverhofft wieder im Aufwind sieht.

Schmitt
Wieder da. Martin Schmitt in Innsbruck. -Foto: dpa

InnsbruckNach dem dritten Platz von Martin Schmitt auf der Bergisel-Schanze in Innsbruck am Wochenende hofft der zuletzt ins Schlingern geratene Deutsche Skiverband (DSV) wieder auf klingelnde Kassen. Auch unter Deutschlands Skispringern macht sich nach dem ersten Podestplatz seit fast zwei Jahren Erleichterung über die Rückkehr Deutschlands in die Weltspitze breit. "Es ist eine große Last von mir gefallen", freut sich Schmitt. "Das macht Lust auf mehr." Auch für den DSV zahlt sich das Comeback des Mannschafts-Olympiasiegers von 2002 aus. "Man kann das zwar nicht in Euro beziffern, doch natürlich fällt die Zusammenarbeit mit Medien, Sponsoren und Ausrüstern leichter, wenn man so einen Athleten wie Martin Schmitt wieder in der Weltspitze hat", betont DSV-Präsident Alfons Hörmann.

ZDF-Quoten im Höhenflug

"Martin ist einer der ganz klaren Ausnahmeathleten - nicht nur wegen seiner Popularität", erklärt Hörmann weiter, der das Springen vor dem heimischen Fernseher verfolgte und Schmitt eine persönliche Glückwunschkarte schickte. Besonders freuen dürfte den Verbandspräsidenten, dass sich der Ausstieg von RTL aus dem Skisport im vergangenen Winter für den Sender nicht bezahlt gemacht hat. "Ich denke, die Verantwortlichen bei RTL erkennen langsam, dass es ein Riesenfehler war auszusteigen", so Hörmann.

Am Sonntag verfolgten im Schnitt 6,54 Millionen Zuschauer das dritte Springen der Tournee in Innsbruck, was dem ZDF einen Marktanteil von 34,9 Prozent bescherte. Auch beim jungen Publikum ist der Zuspruch groß: 1,71 Millionen 14- bis 49-Jährige entsprechen einem Marktanteil von 22,8 Prozent. "Ein Schmitt-Fieber fast wie früher", stellt Ex-Kollege Dieter Thoma fest. Die Zahlen sind aber vor allem Balsam für die geschundenen Seelen beim DSV.

Für Schmitt bleibt unterdessen wenig Zeit zum Feiern. Nach der Siegerehrung stieg der 30-Jährige zusammen mit Bundestrainer Werner Schuster ins Auto und düste nach Bischofshofen, wo am Dienstag (16:30 Uhr/ARD und Eurosport) das Abschlussspringen der Vierschanzen-Tournee ansteht. Lediglich bei seiner Rückkehr in die Umkleide kam kurz Partystimmung auf. Dort empfing ihn die Mannschaft mit Standing Ovations. "Einfach supergeil. Wenn es einer verdient hat, dann der Martin", sagte Michael Neumayer, auf Platz sieben zweitbester DSV-Adler in Innsbruck.

Bundestrainer stolz auf Schützling Schmitt

Die Tatsache, dass vielleicht sogar der erste Weltcup-Sieg seit dem 1. März 2002 in Lahti möglich gewesen wäre, spielte im deutschen Lager keine Rolle. "Martin hat heute nichts verloren, sondern verdammt viel gewonnen", so Bundestrainer Werner Schuster. Der Österreicher, der großen Anteil an Schmitts Comeback hat, sieht seinen Schützling endgültig wieder in der Weltspitze angekommen. "Martin ist im Skispringen nicht nur eine nationale, sondern eine internationale Erscheinung", freut sich der 39-Jährige.

Für einen Platz unter den ersten Drei in der Gesamtwertung dürfte es für Schmitt bei der Tournee dennoch noch nicht reichen. Der Abstand zum Dritten Gregor Schlierenzauer, am Sonntag Zweiter hinter dem Tournee-Führenden Wolfgang Loitzl (beide Österreich), ist mit 21,3 Punkten zu groß. Doch das tat der guten Stimmung im DSV-Team keinen Abbruch. "Wenn es Martin gelingen sollte, sich dauerhaft als erster Verfolger der drei Dominatoren dieses Winters zu etablieren, wäre das ein Riesenerfolg", erklärt Bundestrainer Schuster. (jvo/dpa/ddp)

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