Skispringen : Vom Wert des 20. Platzes

Benedikt Voigt erklärt, warum Martin Schmitts Krankheit so bedrohlich ist.

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Es ist nicht so schlimm, dass der Skispringer Pascal Bodmer am Sonntag beim Skifliegen auf dem Kulm nur auf Rang 20 gelandet ist. Und dass der beste Deutsche, Michael Uhrmann, nur auf Rang elf kam. Man hat sich ja längst daran gewöhnt, dass die deutschen Skispringer für Spitzenplätze in dieser Saison dauerhaft nicht zu haben sind. Nein, das Schlimmste, was passieren konnte, ist die Nachricht, dass Martin Schmitt an einem schleichenden Erschöpfungssyndrom aufgrund eines Defizits im Energiestoffwechseln leidet. So blöd sich das auch anhört: Die deutsche Mannschaft braucht Martin Schmitt und seine 20. Plätze.

Für die deutschen Skispringer geht es in dieser Saison nur um eines: eine Medaille bei den Olympischen Spielen. Diese können sie, so sieht es im Moment aus, einzig und allein im Mannschaftswettbewerb von Vancouver erreichen. Bis zum Sonntag sah es dafür nicht schlecht aus, das deutsche Team ist nach den überragenden Österreichern die zweitbeste Mannschaft im Weltcup. Vier Platzierungen zwischen Rang 10 und 25 können sich eben auch zu einer Medaille summieren. Die Norweger und Finnen hingegen haben zuletzt geschwächelt.

Schmitt muss nun kämpfen, um bis zu den Spielen seine Krankheit zu überwinden. Die Mannschaft braucht ihn und seine Erfahrung, die Nachwuchsspringer Andreas Wank oder Richard Freitag sind noch nicht so weit. Sollte sich Schmitt krank melden, hilft eigentlich nur noch hoffen: dass ein glücklicher Aufwind einen deutschen Springer im Einzelwettbewerb nach vorne wehen möge.

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