Skispringer Martin Schmitt : Der Traum von Olympia ist vorbei

Auf seine fünften Olympischen Spiele hat der deutsche Skispringer Martin Schmitt keine Chance mehr. In Sotschi wird der Bundestrainer auf ihn verzichten - das Neujahrsspringen im Garmisch-Partenkirchen war sein letzter Auftritt auf der großen Bühne.

Im Bann der Emotionen. Martin Schmitt freut sich über seinen Sprung. Foto: dpa
Im Bann der Emotionen. Martin Schmitt freut sich über seinen Sprung. Foto: dpaFoto: dpa

Es nimmt und nimmt einfach kein Ende mit dem Skispringer Martin Schmitt. Das ZDF und der Stadionsprecher meldeten nach dem ersten Durchgang des Neujahrsspringens in Garmisch-Partenkirchen sein Ausscheiden, was gleichbedeutend gewesen wäre mit dem Ende der Karriere des 35 Jahre alten deutschen Skispringers auf der großen internationalen Bühne. Tatsächlich aber schummelte sich Martin Schmitt punktgleich mit dem fünftbesten Verlierer des K.-o.-Springens als letzter Springer ins Finale. Und sagte anschließend im ORF sogar: „Jetzt, nach den ersten Emotionen, sage ich, ich mache weiter.“

Allerdings nicht mehr in der Vierschanzentournee und im Weltcup, der großen internationalen Bühne. „Wir werden die Vierschanzentournee mit dem Weltcupteam weitermachen“, sagte Bundestrainer Werner Schuster, „Martin Schmitt hat sich nicht aufgedrängt.“ Dieser Satz beendet faktisch die große internationale Karriere des Olympiasiegers und viermaligen Weltmeisters. Nun kann der 35-Jährige im letzten Jahr seiner Karriere nur noch im zweitklassigen Kontinentalcup weiterspringen. Er hat keine Chance mehr auf seine fünften Olympischen Spiele. „Ich musste bedenken, dass ich schon sieben Springer habe, die für Sotschi qualifiziert sind“, sagt Werner Schuster. Wenn Martin Schmitt in Garmisch-Partenkirchen auf Platz 20 gelandet wäre, hätte ihn der Bundestrainer noch weiter mitgenommen. Doch er landete auf Rang 27. „Er hat die Entscheidung sofort akzeptiert“, berichtete Werner Schuster.

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Es war trotzdem ein angenehmer Jahresbeginn für Martin Schmitt, der gegenwärtig an der Deutschen Sporthochschule in Köln seinen Trainerschein macht. Nach seinem sehr guten Probedurchgang schlenderte er entspannt durch den Auslaufraum, vorbei an zwei Mädchen, die ein Schild hochhielten: „Vielen Dank, Martin, für die schöne Zeit.“

„Es war ein besonderer Tag“, sagte Schmitt, „ich konnte den Wettkampf genießen.“ Nach seinem zweiten Sprung jubelten die 21 000 Zuschauer fast wie zu alten Zeiten. „Es gibt viele letzte Momente“, sagte er anschließend vieldeutig. Wann dieser allerdings konkret sein wird, sagte er nicht.

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