Skispringer Thomas Diethart : "Gold in Sotschi wäre ein Traum"

Thomas Diethart hat die Vierschanzentournee bei seiner ersten Teilnahme gewonnen. Dabei gelangen dem 21-Järhigen Siege bei den Springen in Garmisch- Partenkirchen und Bischofshofen.Im Interview spricht er über seinen unerwarteten Erfolg.

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Out of the dark: Thomas Diethart gewann überraschend bei seiner ersten Vierschanzentournee.
Out of the dark: Thomas Diethart gewann überraschend bei seiner ersten Vierschanzentournee.Foto: Imago

Herr Diethart, in nur drei Wochen vom Kontinentalcupspringer zum Vierschanzentourneesieger – wie geht das?

Ich habe bei der Vierschanzentournee sicherlich am wenigsten Druck gehabt von allen. Dadurch, dass ich überraschend ins Weltcupteam reingeholt worden bin, habe ich mir auch nicht wirklich viel vorgenommen für das ganze Spektakel. Dadurch habe ich sehr ruhig bleiben und viel Freude haben können.

Wie haben Sie während der Tournee dem Druck standgehalten?
Meine Ziele waren am Anfang, dass ich ein paar Weltcuppunkte sammle. Meine Erwartungen habe ich schon bald klar übertroffen. Dann habe ich das Konzept weiterverfolgt: nur auf mich zu schauen und meine Sprünge abzurufen. Das hat bei jedem Springen funktioniert.

Nicht nachzudenken war Ihr Rezept?
Das war das Konzept vom österreichischen Cheftrainer Alexander Pointner. Der hat zu mir gesagt, ich sollte die Erwartungen nicht allzu hoch setzen. Dass ich gut Skispringen kann, wissen wir sowieso alle. Ich sollte ruhig bleiben und die vielen freien Ressourcen, die man hat, offenhalten.

Sind Sie denn wenigstens vor Ihrem letzten Sprung nervös geworden?
Nein, das war richtig geil. Ich habe schon beim Thomas Morgenstern mitbekommen, wie unten die Menge getobt hat. Dadurch habe ich mich so richtig darauf gefreut, dass ich noch mal runter darf.

Warum hat der Verband Sie vor der Tournee entdeckt?
Ich habe mich eigentlich nicht versteckt, hin und wieder im Kontinentalcup Punkte gemacht und deshalb auch die Chance bekommen, zum Weltcup nach Engelberg zu fahren. Aus dem totalen Nichts bin ich nicht gekommen.

Welche Ziele haben Sie jetzt für Sotschi?
Das nächste Ziel ist jetzt erst mal: Skifliegen gehen. Sotschi ist noch ein bisschen weit weg. Aber es ist der Kindheitstraum von allen Sportlern, dass man bei diesem Highlight Gold holt.

Was machen Sie mit den 40.000 Euro, die Sie bei der Tournee verdient haben?
Meine Eltern hatten eine harte Zeit, die Schwester ist ein bisschen zu kurz gekommen. Die Familie hat viel Geld rausgehauen, um mir den Sport zu ermöglichen. Für mich ist klar, dass ich das Geld anlege. Und es für die Sachen nutze, die von der Familienseite benötigt werden.

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