Skistar Lindsey Vonn : Die Show muss weitergehen

Kürzlich hatte sie von psychischen Problemen berichtet und eine Pause eingelegt. Doch bei ihrer Weltcup-Rückkehr gibt Skirennfahrerin Lindsey Vonn kaum Auskunft über ihr wahres Befinden.

Elisabeth Schlammerl
Noch nicht wieder richtig in Schwung. Lindsey Vonn fuhr am Wochenende in Österreich ihren eigenen Ansprüchen hinterher. In der Abfahrt wurde sie nur Sechste – so schlecht war sie seit vier Jahren nicht mehr. Immerhin Vierte wurde sie im Super-G.
Noch nicht wieder richtig in Schwung. Lindsey Vonn fuhr am Wochenende in Österreich ihren eigenen Ansprüchen hinterher. In der...Foto: dpa

Wenn Lindsey Vonn im Ziel abschwingt, ist sie kurzzeitig ganz bei sich selbst. Einen Augenblick, ein paar Sekunden lang verzichtet sie auf ihre übliche Show. Die US-amerikanische Skirennläuferin ist am Wochenende in St. Anton nach fast vierwöchiger Auszeit zurückgekehrt in den Weltcup. Am Samstag wurde sie Sechste in der Abfahrt und am Sonntag im Super-G Vierte. Resultate, die bei der einstigen Dominatorin in den schnellen Disziplinen keine große Begeisterung auslösen – weder im ersten Moment, noch später.

Zwar lag Vonn beim Super-G zunächst in Führung, aber sie wusste, dass die Leistung wohl nicht reichen würde für den Sieg. Sie lächelte, aber sie strahlte nicht. Sie wog den Kopf hin und her, als ob sie sagen wollte: Naja, ganz okay, aber nichts Großartiges. Das war dagegen die Leistung von Tina Maze, sie siegte vor der Österreicherin Anna Fenninger und Fabienne Suter aus der Schweiz. Die Slowenin ist nun die sechste Skirennläuferin nach Petra Kronberger, Pernilla Wiberg, Anja Pärson, Janica Kostelic und Lindsey Vonn, die Siege in allen fünf Alpin-Disziplinen geschafft hat.

Am Samstag hatte Vonn ähnlich reagiert. Es war ihr schlechtestes Abfahrtsergebnis seit fast vier Jahren, mal abgesehen von ihrem Ausfall in Val d’Isere im Dezember. Maria Höfl-Riesch vermutete, dass die Kollegin wohl nicht zufrieden sein werde. „Ihr fehlt aber noch die Zeit auf Ski, deshalb ist es ein ordentliches Comeback“, sagte die deutsche Skirennfahrerin, die ihre eigene Leistung dagegen nicht so gut fand. Dem enttäuschenden 19. Platz in der Abfahrt folgte ein solider fünfter Platz im Super-G.

Kaum schnallte Lindsey Vonn am Wochenende die Ski ab, war sie wieder das perfekte Showgirl. Nach der Abfahrt eilte sie zu ihrer Teamkollegin Alice McKennis, drückte und herzte die Führende, weil sie schon ahnte, dass wohl keine mehr schneller sein würde. Später bekam die Überraschungssiegerin noch eine Abreibung von der berühmten Landsfrau im Schnee. Ausgelassen feierte das amerikanische Team den ersten Erfolg von McKennis, mittendrin war Vonn, die ebenfalls zu den Hauptpersonen des Wochenendes gehörte.

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