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Snooker : Ronnie O'Sullivan gewinnt den WM-Titel

Der Superstar des Snooker, Ronnie O'Sullivan, hat am Montagabend seinen vierten WM-Titel geholt. Landsmann Allister Carter war wie schon 2008 im Finale chancenlos.

Geschafft: Ronnie O'Sullivan schlägt im Finale von Sheffield Landsmann Carter und gewinnt seinen vierten WM-Titel.
Geschafft: Ronnie O'Sullivan schlägt im Finale von Sheffield Landsmann Carter und gewinnt seinen vierten WM-Titel.Foto: AFP

Snooker-König Ronnie ÒSullivan ist zurück auf dem Thron und gleich wieder weg. Unmittelbar nach seinem von den Fans frenetisch gefeierten vierten WM-Titelgewinn kündigte „The Rocket“ in Sheffield mit Verweis auf seine Familie eine halbjährige Spielpause an und entkräftete Befürchtungen eines baldigen Rücktritts mit der Bemerkung, er sei mit dem Snooker noch nicht fertig, nur halbherzig. Zuvor hatte der 36-Jährige in mehr als neun Stunden Finalspielzeit auf allerhöchstem Niveau den ebenfalls blendend aufgelegten Allister Carter mit 18:11 Frames besiegt.

„Es war ein Ausdauertest wie ein Iron Man und extrem hart“, erzählte ÒSullivan am Ende unter donnerndem Applaus von knapp 1.000 Privilegierten auf den Zuschauerrängen des Crucible Theatres und hielt seinen Sohn Ronnie Jr. dabei im Arm. „Ich wollte allen zeigen, was ich kann. Ich habe mein Wort gehalten. Das hier ist der Gipfel.“ Zwtl.: Zusammenarbeit mit Psychologen als Schlüssel Im „Moment, den ich genießen will“, sprach der Engländer aber auch freimütig über seine zurückliegenden harten Jahre und die Zusammenarbeit mit einem Psychologen, „ohne den ich niemals wieder hier angekommen wäre“. Der wegen seines raketenhaften Aufstiegs und seiner extrem schnellen Spielweise „The Rocket“ genannte
Ronnie ÒSullivan war schon als 25-Jähriger 2001 erstmals Weltmeister, wiederholte den Triumph 2004 und 2008 (schon damals übrigens gegen Ali Carter/18:8) und gefiel sich ansonsten als Enfant terrible der Snooker-Szene.

Er war bei einer Dopingprobe einmal positiv auf Cannabis getestet worden, absolvierte einen Drogenentzug. Spätestens nachdem er sich 2008 von seiner langjährigen Partnerin trennte, mit der er zwei Kinder hatte (zudem eine Tochter aus früherer Beziehung), galt er als depressiv und unzuverlässig. ÒSullivan sagte kurzfristig Turniere ab oder gab unvermittelt auf wie 2006 im Viertelfinale der britischen Meisterschaft beim Stand von 1:4 gegen Stephen Hendry. Der siebenmalige Weltmeister Hendry erklärte in Sheffield im Übrigen nach 25 Jahren in der Weltspitze seinen Rücktritt.

So räumte der unbestritten weltbeste Snooker-Profi des letzten Jahrzehnts ÒSullivan quasi freiwillig seinen Thron, rutschte in der Weltrangliste bis auf Rang 14 ab. Die Trendwende leitete sein Triumph bei den German Masters Anfang Februar im Berliner Tempodrom ein. Offenbar auch mit psychologischem Beistand schaffte ÒSullivan wieder die volle Konzentration auf seine außergewöhnlichen Fähigkeiten und spielte bei der WM in einer anderen Liga als der Rest der Szene-Stars.

Die Ex-Weltmeister Peter Ebdon (4:10), Mark Williams (6:13) und Neil Robertson (10:13) waren gegen „The Rocket“ ebenso chancenlos wie im Halbfinale Matthew Stevens (10:17) und eben Ali Carter. „Wenn Ronnie zurücktritt, kann ich vielleicht auch irgendwann einmal hier gewinnen“, sagte Carter nach dem Finale scherzhaft. Dann freilich dürfte ÒSullivan nicht mehr lange mitmischen. Denn der Vertrag mit dem Crucible Theatre, der „Kathedrale des Snooker“ endet 2014 und es gibt Pläne für den Neubau eines speziellen Snooker-Palastes. Zudem trug sich auch der an Morbus Chron erkrankte lizenzierte Pilot „Captain“ Carter mit Rücktrittsgedanken, erklärte aber mit dem Preisgeld von umgerechnet 154.000 Euro im Gepäck (der
Weltmeister kassierte exakt das Doppelte), dass es ihm besser gehe und er weiterspielen werde. dapd

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