Snooker-Star Ronnie O'Sullivan : Maximum Break trotz Knöchelbruch

Einen Tag vor seinem 39. Geburtstag dreht Ronnie O'Sullivan bei der UK Championship in York so richtig auf und schafft zum 13. Mal in seiner Karriere 147 Punkte in Folge. Dabei hatte er sich im Vorfeld des Turniers noch den Knöchel gebrochen.

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Der Meister bei der Arbeit. Ronnie O'Sullivan ist mit 39 Jahren immer noch der Topstar im Snooker.
Der Meister bei der Arbeit. Ronnie O'Sullivan ist mit 39 Jahren immer noch der Topstar im Snooker.Foto: Imago

Er hat es wieder einmal allen gezeigt. Snookerstar Ronnie O'Sullivan ist im Achtelfinale der UK Championship beim klaren 6:0-Sieg über Matthew Selt ein Maximum Break gelungen - 15 Mal versenkte er nacheinander eine rote und dann die schwarze Kugel. Und auch im Endspiel auf die Farben blieb der fünffache Weltmeister fehlerfrei und durfte sich anschließend für seine 147 Punkte in Folge feiern lassen.

"Ich habe wie ein Blatt im Wind gezittert", sagte er später gegenüber der BBC und fügte in typischer Ronnie-Manier hinzu: "Ich dachte, dass es sich lohnen könnte, ein Maximum zu spielen. Ich hätte es sicher nicht gespielt, wenn es dafür nicht wenigstens 40 Riesen gegeben hätte. So billig bekommt ihr das nicht." 40.000 Pfund sind ihm nun sicher, sofern nicht ein anderer Spieler auch noch eine 147 in dieser Woche spielen sollte. Und das Geld kann er bekanntlich gut gebrauchen.

Insgesamt war es O'Sullivans dreizehntes Maximum Break - und ein ganz besonderes. Denn der Engländer hatte sich vor der UK Championship den Knöchel beim Laufen gebrochen. Seine andere große Leidenschaft nimmt er genauso ernst wie Snooker, wie er in seiner Biografie "Running" schilderte. Plötzlich drohte er das zweitwichtigste Ranglistenturnier der Saison zu verpassen, entschied sich aber trotz Schmerzen für eine Teilnahme. In seinen ersten Runden tat sich O'Sullivan sichtbar schwer, jetzt aber ist er plötzlich der Favorit auf den Sieg in York, sind doch die in der Weltrangliste vor der aktuellen Nummer vier platzierten Spieler allesamt schon ausgeschieden.

Und es sind diese großen Turniere, die den seit Freitag 39-Jährigen immer noch antreiben. O'Sullivan spielt nicht mehr so viel wie früher, er mag die weiten Reisen nicht. Aber das Konzentrieren auf die Höhepunkte funktioniert. Anfang November siegte er in Coventry beim Einladungsturnier Champion of Champions. Im Januar beim Masters in London geht er als Titelverteidiger an den Start und bei der WM ab Mitte April in Sheffield hofft er auf eine Revanche für die Niederlage gegen Mark Selby im Finale 2014.

Zunächst aber steht bei der UK Championship das Viertelfinale gegen Anthony McGill an. Knöchelbruch hin oder her - die Favoritenrolle ist klar verteilt. Aber bei Ronnie O'Sullivan ist nie so ganz sicher, was passiert. Auch das macht ihn so einzigartig in der Snookerszene.

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