Snowboard : Kanadier Anderson gewinnt Parallel-Riesenslalom

Aller guten Dinge sind vier: Bei seiner vierten Olympia-Teilnahme gewann Kanadas Snowboard-Gigant Jasey Jay Anderson am Samstag bei Dauerregen in Cypress Mountain endlich die langersehnte Goldmedaille im Parallel-Riesenslalom.

Der 34-Jährige bezwang im Finale den Österreicher Benjamin Karl mit einem Vorsprung von 35 Hundertselsekunden. Dabei war Anderson mit einem Rückstand von 0,76 Sekunden in den zweiten Finallauf gegangen. Mathieu Bozzetto aus Frankreich holte Bronze. Der Aschheimer Patrick Bussler war als einziger deutscher Teilnehmer nach zwei Stürzen im Achtelfinale gegen den Schweizer Ex-Weltmeister Simon Schoch ausgeschieden .

„Ich bin total sprachlos. Diesen großen Rückstand wettzumachen, war bei diesen Bedingungen fast unmöglich, aber es hat geklappt“, sagte Anderson, „ich liebe diese Situation, wo ich das Unmögliche möglich machen muss. Ich habe so hart gearbeitet und wurde jetzt belohnt.“ Nur der Olympiasieg hatte ihm in seiner illustren Karrierenoch gefehlt. Nach vier WM-Titeln in drei verschieden Disziplinen, dazu 26 Weltcupsiegen und 59 Podestplätzen in 207 Rennen war Samstag, der 27. Februar 2010 endlich Andersons Tag. „Ich bin total schockiert“, stammelte der Sieger, der extra auf den Boardercross verzichtet hatte, um sich ganz auf den Parallel-Riesenslalom zu konzentrieren. Seine Taktik ging auf. Nach den Spielen will er seine Karriere beenden.

Bussler war unterdessen stocksauer nach seinem verpatzten Olympia-Abenteuer. „Jeder Weltcup wäre unter diesen Bedingungen verschoben worden. Man kann nur die nächsten beiden Tore sehen, die Piste hingegen erkennt man überhaupt nicht. Da hätte ich auch gleich mit geschlossenen Augen fahren können“, fluchte der 25-Jährige im Zielraum. Bussler war im ersten Lauf gestürzt und musste dann mit einem Rückstand von 1,5 Sekunden in den zweiten Durchgang gegen den Olympia-Zweiten von Turin gehen. Bei widrigen äußeren Bedingungen ging Bussler auch im zweiten Lauf kurz vor dem Ziel zu Boden und musste sich damit als einziger deutscher Teilnehmer vorzeitig verabschieden. (dpa)

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