Sport : „So etwas macht man nicht“

Michael Ballack steht vor der Rückkehr auf den Platz – und kritisiert erneut Philipp Lahm und Joachim Löw

Leverkusen - Michael Ballack greift wieder an. Ein halbes Jahr voller Verletzungen liegt hinter dem etatmäßigen Kapitän der Nationalmannschaft. Jetzt steht er bei Bayer Leverkusen vor der Rückkehr auf den Platz – und kritisiert erneut Bundestrainer Joachim Löw und Philipp Lahm. Im Kölner „Express“ monierte der 34-Jährige den Umgang mit ihm in der Debatte um seine Rolle in der Nationalelf. „Die Frage öffentlich und zu diesem Zeitpunkt zu thematisieren war falsch“, sagte Ballack über Lahm, der ihn bei der WM als Spielführer vertreten und danach seinen Anspruch auf das Kapitänsamt formuliert hatte. Ballack hätte sich mehr Respekt und zuvor ein Vier-Augen-Gespräch mit Lahm gewünscht. „Denn das hätte bei mir persönlich einen anderen Eindruck hinterlassen. Aber so steht das in einem ganz anderen Licht. So etwas macht man nicht.“ Als seinen legitimen Nachfolger sieht Ballack ohnehin Bastian Schweinsteiger. „Dazu ist er geradezu prädestiniert“, lobte Ballack, der Schweinsteiger eine „starke Persönlichkeit“ attestierte.

Von Löw hätte er sich ein frühes Machtwort und Bekenntnis zu ihm als Kapitän gewünscht. „Wenn er das drei Monate früher gemacht hätte, wären uns Beteiligten unnötige Diskussionen erspart geblieben. Aber es freut mich, dass der Bundestrainer im Nachhinein klar Stellung bezogen hat“, sagte der Leverkusener, der die WM wegen eines Syndesmoserisses verpasst und danach auch noch eine Fraktur im Schienbeinkopf erlitten hatte. Trotz des „Seuchenhalbjahres“ habe er aber nie an ein Karriereende gedacht. Am Sonntag kehrte Ballack ins Training zurück, am 3. Januar will er dann „ganz normal ins Mannschaftstraining einsteigen“.

Ballack strebt eine Rückkehr in die Nationalelf an. Die Frage, ob er das DFB-Team bei der EM 2012 als Kapitän anführe, beantwortete er mit einer Mischung aus Skepsis und Optimismus. „Fußball ist kein Wunschkonzert. Ich habe schon gesehen, dass die Mannschaft auch ohne mich guten Fußball spielt. Auch nach mir geht der Fußball weiter“, sagte Ballack, gab sich aber kämpferisch: „Ich will noch einmal dabei sein, wenn ich die Leistung bringe und das Niveau, das man braucht, um in der absoluten Spitze zu spielen.“ dpa

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