Sport : So fern, so mild

Benedikt Voigt

Es gibt bei diesen Olympischen Winterspielen einen Ort, um den sich seltsamste Gerüchte ranken. Er soll sehr weit entfernt liegen von den Wettkampfstätten in den Piemonter Bergen. So weit, dass Kollegen, die sich auf die Reise dorthin machen, nach ihrer Rückkehr stöhnen. „Nie wieder“, klagt der Kollege B., „ich habe hin vier Stunden gebraucht und zurück drei, aber nur weil mich ein Auto vom IOC mitgenommen hat.“ So fern liegt jener Ort sogar, dass an ihm ein anderes Klima herrschen soll. Zwölf Grad, so wird berichtet, wärmten dort die Menschen. In den Bergen tobt zurzeit der Winter. Doch Schnee, so wird weiter erzählt, sehe jener Ort in diesen Tagen nur selten. Und nur gelegentlich soll dort olympische Stimmung aufkommen. Jener Ort heißt Turin.

Der Olympia-Berichterstatter kann die Erzählungen über Turin nicht bestätigen, er hat die Ausrichterstadt dieser Spiele noch nicht gesehen. Er ist nach seiner Landung am 10. Februar auf dem Flughafen Caselle an Turin vorbei in die Berge gefahren. Und dort geblieben. Was gut ist, denn 10 der 15 olympischen Wintersportarten finden in den Bergen statt. Die meisten Sportler, Journalisten und Funktionäre machen es ebenso, sie haben ihr Quartier in und um Sestriere aufgeschlagen. Das 100 Kilometer entfernte Turin sehen nur die Olympiasieger, die zur Medaillenübergabe auf die Piazza Castello gefahren werden. Falls die Siegerehrung nicht in den Bergen stattfindet. Der Olympia-Berichterstatter hat aber auch viel Gutes über Turin gehört, es soll dort alte Arkaden, historische Plätze und schöne Straßencafés geben. Er hat sich daher vorgenommen, demnächst dorthin zu fahren. Wenn die Winterspiele vorbei sind.

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