Sport : So jung, so vorbildlich

Hertha BSC verlängert die Verträge von Malik Fathi und Christopher Samba

Stefan Hermanns

Berlin - Malik Fathi ist zuletzt nicht ganz auf dem Laufenden gewesen, was im deutschen Fußball passiert. Dass der Mainzer Verteidiger Manuel Friedrich in dieser Woche für die deutsche Nationalmannschaft nominiert wurde, hat Fathi erst mit zwei Tagen Verspätung erfahren. Doch die Nachricht hat ihn nicht nur verwundert, sondern auch seinen Ehrgeiz geweckt. „Ich dachte, es wäre vorbei mit dem Hin- und Hergewechsle“, hat Fathi, der Linksverteidiger von Hertha BSC, gesagt. Aber da dies anscheinend nicht der Fall ist, „warum soll ich da nicht auch noch meine Chance in der Nationalmannschaft bekommen?“

Der 22 Jahre alte Malik Fathi ist ebenso ehrgeizig wie selbstbewusst, und der Glaube an die eigene Stärke liegt vor allem in dem Status begründet, den der Verteidiger schon als junger Spieler bei seinem Verein genießt. „Wir haben ihn nicht umsonst immer als Ersten genannt, wenn es um Vertragsverlängerungen geht“, sagt Manager Dieter Hoeneß. Gestern, zwei Tage vor dem Bundesligaspiel gegen Arminia Bielefeld im Olympiastadion, meldete er Vollzug: Fathi unterschrieb einen Vertrag bis 2008, Hertha besitzt zudem die einseitige Option, das Arbeitsverhältnis um ein weiteres Jahr zu verlängern. Auch Verteidiger Christopher Samba, 21 Jahre alt und kongolesischer Nationalspieler, bleibt bis 2008. Der Verein hat sich dazu entschieden, eine entsprechende Option in seinem Vertrag wahrzunehmen. „Damit haben wir den ersten Schritt gesetzt, was die Planung für die neue Saison anbelangt“, sagt Hoeneß.

So wie der zuletzt aus dem Profikader verbannte Alexander Madlung derzeit für die Probleme von Herthas Nachwuchsausbildung steht, so verkörpert Fathi die Hoffnungen des Vereins, auf Dauer mit Spielern aus der eigenen Jugend seine hohen Ziele erreichen zu können. Die altersspezifischen Leistungsschwankungen sind bei ihm seit seinem Profidebüt im November 2003 eher gering ausgefallen. Inzwischen ist Fathi 62-mal für die Berliner in der Bundesliga zum Einsatz gekommen, für Herthas Regionalliga-Team hat er in den vergangenen beiden Jahren nur noch einmal spielen müssen. Hoeneß schätzt den gebürtigen Berliner als jemanden, „der trotz seiner Jugend auch Verantwortung übernimmt. Wir sehen bei ihm neben den fußballerischen Voraussetzungen das, was wir uns vorstellen: nämlich Charakter.“

Malik Fathi ist nicht mit dem spielerischen Talent gesegnet, das sein Kollege Kevin Boateng besitzt, trotzdem könnte er für Hertha auf Dauer eine ebenso wichtige Figur werden. „Malik ist ein Spieler, der immer versucht, hart an sich zu arbeiten“, sagt Trainer Falko Götz, „einer, der ständig bei mir abfragt, was er besser machen kann.“ Für Fathi hat sich das nun ausgezahlt. Von den zwölf Spielern, deren Verträge am Saisonende auslaufen, ist er der erste, der nun Planungssicherheit besitzt. Selbst gestandene Kräfte haben diese Gewissheit noch nicht. Von ihnen will Manager Hoeneß auch weiterhin „klare Signale sehen“.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben