Sport : „So richtig Rugby war das nicht“

Wie Deutschland 108:0 gegen Serbien gewann

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Herr Grzanna, mit Ihnen hat die deutsche Rugby-Nationalmannschaft mit 108:0 gegen Serbien und Montenegro den höchsten Sieg der Geschichte gefeiert.

108 Punkte – die muss man erst einmal machen. Aber es hat auch alles geklappt. Das ist das Ergebnis harter Arbeit.

Und der Gegner hat bei dem Resultat kräftig mitgeholfen?

Also, um ganz ehrlich zu sein: So richtig Rugby war das nicht.

Haben Sie persönlich überhaupt schon mal annähernd so hoch gewonnen?

Ja, das war noch in der Jugend. Da gab es für uns mit dem Berliner Rugby-Club mal ein 112:0, ich glaube, das war in Leipzig. Und mit der U-19-Nationalmannschaft haben wir mal gegen Andorra 109:0 gewonnen.

Machen solche Spiele mit so hoher Überlegenheit überhaupt Spaß?

Teils, teils. Vieles klappt, vieles kann ausprobiert werden. Andererseits: Da fehlt natürlich die Gegenwehr. Aber mir persönlich hat das Spiel jetzt gegen Serbien und Montenegro gut gefallen. Ich konnte viel laufen, hatte oft den Ball in der Hand.

Wieviel Punkte haben Sie gemacht?

Ich weiß nicht genau. Elf, glaube ich.

Reichte die Anzeigetafel in Heidelberg eigentlich für das Ergebnis?

Ich habe zu Beginn der zweiten Halbzeit, als es 60:0 stand und sich das dreistellige Ergebnis abzeichnete, tatsächlich mal rübergeschaut, ob überhaupt 100 Punkte da draufpassen.

Und?

Es reichte.

Wird Deutschland nun bei der WM 2007 in Frankreich dabei sein?

Das ist unser großes Ziel. Aber die schweren Gegner kommen erst noch mit Kroatien und Belgien. Aber zurzeit spielen wir ganz gut.

Die Fragen stellte Karsten Doneck

Colin Grzanna , 26,

spielt für den Berliner RC. Er ist Rugby-Nationalspieler und war dabei, als Deutschland gegen Serbien-Montenegro am Samstag in der WM-Qualifikation 108:0 gewann.

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